Archiv der Kategorie: Wichtige Sachinformationen

Methoden-Meme

In meiner Funktion als Vertretungs-WiMi an der Hamburger Uni ist in diesem Semester meine Hauptaufgabe die Leitung zweier Seminare zu den Methoden der Kommunikationsforschung. Das heißt, wir gehen parallel zur ebenfalls stattfindenden Vorlesung die verschiedenen Methoden durch und die SeminarteilnehmerInnen wenden dann eine davon nach Wahl in eigenen Forschungsprojekten zu Übungszwecken an.

Um das ganze optisch etwas aufzupeppen habe ich mir angewöhnt, meine Folien dabei durch ein paar angepasste mehr oder weniger bekannte Internet-Meme zu würzen. Abgeguckt habe ich mir das bei Jan Schmidt, der das mitunter ähnlich macht. Und die wollte ich hier einfach mal sammeln, um das Ganze ganze Mem-typisch zu verbreiten und andere zum Nachmachen anzustiften.

Den Anfang machte in der ersten Sitzung zum ganz allgemeinen Zustandekommen und Aufbau eines Forschungsvorhabens ein guter alter Cartoon von Joscha Sauer, der sich mit dem Thema des wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses auseinandersetzt:

Wissenschaft

Das Bild ist übrigens von hier.

In der nächsten Sitzung zum Thema Messung und Skalen kam dann natürlich Boromir aus der Lord of the Rings-Verfilmung zum Einsatz. Den Dummy dazu findet man beispielsweise hier oder in verschiedenen Meme-Generatoren, der Text lässt sich dann mit Gimp oder Photoshop selbst reinbasteln. Bei mir sah das thematisch passende Ergebnis dann so aus:

Boromir

Und um die Studenten zur Mitarbeit anzuregen, ist mitunter göttliche Intervention von Nöten. Auch hier gibt es verschiedene Generatoren, die das grundlegende Bild zur Verfügung stellen. Etwa hier. Mitunter ist da etwas Beschneidungsarbeit nötig.

Zeus

In der dritten Sitzung ging es endlich um die erste eigentliche Methode: die Befragung. In all ihren Farben und Formen. Je nach Ausführung wird da ja von Forscherseite aus manchmal mit Incentives, also Anreizen zum vollständigen Ausfüllen, gearbeitet.  Und bei diesem Thema drängt sich ein bestimmtes Mem geradezu auf, das die Funktion eines Incentives beinahe in Perfektion vorführt…

cake

…auch wenn die Auflösung am Ende forschungsethisch vielleicht etwas fragwürdig ausfällt:

the-cake-is-a-lie

Die Bilder stammen jeweils von hier und hier.

In der vierten Sitzung kamen wir auf die Methode zur Erforschung der eigentlichen Medieninhalte zu sprechen: die Inhaltsanalyse. Hier fiel es mir zugegeben etwas schwer, ein passendes Bild zu finden, so dass schließlich der Philosoraptor herhalten musste und gleich noch ein wenig Fernsehkritik anbringen konnte:

philosoraptor_inhaltsanalyse

Auch den gibt es vielfach ohne störende Beschriftung im Netz (hier etwa), die man dann selbst einfügen kann.

In der bisher letzten Sitzung geht es dann um diejenigen, die man eigentlich beforschen möchte, nämlich Grundgesamtheiten und Stichproben. Für mich DIE Gelegenheit, auch mal meine Vorliebe für die großartige Serie „Futurama“ zum Ausdruck zu bringen und Dr. Zoidberg, den besten Arzt der Galaxis, ins Seminar einzuführen. Das zu Grunde liegende Bild könnte von hier stammen.

Zoidberg_Sample

Glücklicherweise ist der Doktor nicht das einzige Cast-Mitglied von Futurama, das es zu Mem-Ehren gebracht hat. Auch Fry darf da nicht fehlen und bietet sich wunderbar als Rausschmeißerfolie an. Etwa von hier.

Fry

Das waren bisher alle Seminartermine. Mal sehen, was mir für die nächsten (Experiment, Beobachtung, Datenauswertung und so weiter) noch schönes einfällt. Ich werde es auf jeden Fall mal weiter sammeln. Meme sind schließlich dafür da, angewendet zu werden.

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Willkommen in Hamburg

Ich hatte heute einen für meine Verhältnisse spektakulären Abend. Über einige Umwege bin ich als Zuschauer in die Kino-Premiere und Pressevorführung des neuen Hamburger Tatorts „Willkommen in Hamburg“ mit Til Schweiger gekommen. Geladen war eigentlich mein Chef, der aber nicht konnte und deshalb seinen Platz einer Kollegin offerierte, die ihn wiederum mir anbot. Wenn also irgend jemand fragt: Heute Abend war ich Uwe Hasebrink

Nun bin ich sonst eher selten bei solchen Medienereignissen zugegen, und entsprechend unerfahren ging ich an die Sache heran. Nach meinen Informationen sollte ich 19:00 Uhr am Passage-Kino in Hamburg sein. Weil ich immer pünktlich bin, war ich schon eine Viertel Stunde eher da und durfte feststellen, dass ein Absperrband und zwei große, breite Männer den Einlass versperrten. Ein angeregtes Gespräch mit einem der beiden („Presse oder privat?“ „Ich, äh, ich bin hier als Vertre-“ „Presse oder privat?“ „Öhm. Privat.“) ergab, dass Nicht-Pressemenschen erst Punkt 7 rein dürften. Also kam ich 19:00 Uhr wieder und bekam mit Hilfe der Losung „Mein Name ist Uwe Hasebrink“ das hier:

Tatort01

Wie man sieht, fing der Film überraschenderweise erst 20:00 Uhr an. Ich konnte also noch eine ganze Stunde in einem aus mir unerfindlichen Gründen schon brechend vollen Foyer rumstehen. Also platzierte ich mich in der Nähe einer hungrigen Meute von Pressefotografen vor einer „Tatort“-Werbewand, vor der ein roter Fußabtreter platziert war. In Abständen von mehreren Minuten fand dann ein faszinierendes Schauspiel statt: Es kam irgend ein scheinbar total berühmter Mensch – in den meisten Fällen vermutlich Schauspieler – und die Fotografen vergaßen sofort ihre gute Kinderstube. Sie stapelten sich übereinander oder stellten sich auf wackelige leere Getränkekästen und knipsten wie irre drauflos. Dabei brüllten sie Dinge wie „[Vorname des Schauspielers/der Schauspielerin], hier oben! Hier! Und nochmal eine dynamische Pose bitte!“ oder sowas in der Art. Ich bin mir noch nicht ganz im Klaren darüber, vor wem ich mehr die Achtung verlor. Den wie Idioten gröhlenden Fotografenhyänen oder den dümmlichen Schauspielern, die auch noch machten, was sie ihnen zuriefen. Ich hätte mich nicht gewundert, wenn sie auch angefangen hätten, sich wie Schimpansen gegenseitig mit Kotbröckchen zu bewerfen.

Nun kenne ich leider genau 0 deutsche Schauspieler/Schauspielerinnen, deshalb kann ich nicht sagen, wer da nun fotografiert wurde. Aber die wirklich coolen Leute sind ohnehin HINTER den ganzen Fotografen ins Kino gegangen. Einen habe ich dann aber doch erkannt, nämlich Kai Pflaume, hier gerade ins Gespräch mit einer Dame von der Presse vertieft:

Tatort02

Und dann kam auch irgendwann endlich der, wegen dem überhaupt alle da waren. Der Til, zusammen mit einigen anderen Tatort-Beteiligten. Da habe ich dann auch mal ein paar Bilder mit meinem Telefon geknipst. Nehmt das, Pressefotografen mit euren Getränkekisten-Plätzen und euren superteuren Spiegelreflexkameras!

Tatort03

Hier ist der Herr Schweiger zusammen mit seinem Tatort-Partner Fahri Yardim. Die Mütze hat er übrigens den ganzen Abend getragen.

Tatort04

Und hier noch ein Gruppenbild der Hauptbeteiligten. Ganz links ist Christian Granderath (Tatort-Redakteur), daneben der eben schon erwähnte Fahri Yardim. Es folgt der Regisseur des Tatorts, Christian Alvart. Es folgen dann wiederum Nicole Mercedes Müller, Til Schweiger und der Intendant des NDR und ich glaube derzeitiger ARD-Vorsitzende Lutz Marmor. Alle auf einem, schlechten Bild von mir…

Dann bin ich auf meinen Platz in den eigentlichen Kinosaal gegangen und nach ein paar kurzen Selbstbeweihräucherungsreden einiger Verantwortlicher ging es endlich los. Die Tatort-Titelmusik (unveränderter Vorspann übrigens, falls es da Befürchtungen gab) und dann der Film. Um die Handlung kurz und spoilerfrei zusammen zu fassen: Nikolas „Nick“ Tschiller (Til Schweiger) ist neu in Hamburg und will zusammen mit seinem entsprechend neuen Partner Yalcin Gümer (Fahri Yardim) einen Mädchenhändlerring sprengen. Helfen soll ihm dabei eine der anfänglich befreiten Prostituieren, Tereza (Nicole Mercedes Müller). Irgend eine dubiose Rolle spielt dabei auch noch sein Ex-Partner (beruflich, versteht sich) und dessen Freundin.

Nun wurde vorab bereits einiges über den neuen Tatort berichtet, hauptsächlich tendenziell negativ. Und auch ich war mehr als skeptisch, weil ich eigentlich kein besonders großer Fan von Herrn Schweiger und seinen Filmen bin. Ich fand allerdings, dass der präsentierte Tatort durchaus einen beträchtlichen Unterhaltungswert besitzt. Die Action wirkt weniger billig, als ich befürchtet hatte. Besonders die Kameraarbeit fand ich durchaus ambitioniert – es wird häufig versucht, das ganze in One-Shot-Aufnahmen zu inszenieren. Also ohne sichtbare Schnitte, so dass das Ganze etwas realistischer wirkt. Und ich finde, das ist durchaus gelungen. Der Humor, mitunter auch selbstironisch (in einer Szene entschuldigt sich Nick Tschiller für seine undeutliche Aussprache mit „Ich nuschel manchmal ein bisschen.“), kommt auch  nicht zu kurz. Zwar wirken manche Sprüche etwas aufgesetzt, passen aber zu dem ohnehin sehr übertrieben filmischen Charakter von Herrn Tschiller. Der eigentliche comic relief lastet ohnehin auf seinem Sidekick Yalcin Gümer, und der macht das sehr ordentlich. Es ist also, wie auch zuvor bereits bekannt geworden, ein sich sehr am amerikanischen Popcorn-Kino orientierender Tatort. Und ich finde, das tut dieser alteingesessenen Fernsehfilmreihe – die dieses Jahr immerhin schon 43 Jahre alt wird – durchaus gut. Zumal die Schweiger-Tatorte nur einmal pro Jahr geplant sind und somit auch noch genug betuliche, deutsche Beamtenarbeit an den restlichen Sonntagen bewundert werden kann.

Kritik habe ich aber trotzdem noch. Til Schweigers echte Tochter Luna Schweiger spielt nämlich seine Filmtochter Lenny. Und die gemeinsamen Szenen der beiden, die offensichtlich des Raubeins Nick Tschillers weiche Seite als alleinerziehender Vater verdeutlichen sollen (*gähn*), sind wirklich grausam. Zum einen etwas holprig geschrieben, zum anderen hat Luna Schweiger das Schauspielerische Talent eines Weißbrots. Gegen sie wirkt Kristen Stewart wie Meryl Streep. Ich rate ihr dringend, schnell noch einen richtigen Beruf zu lernen. Und ich bin Kommunikationswissenschaftler! Man hätte diese Szenen jedenfalls gerne alle weglassen können. Zumal man Tschillers weiche Seite durchaus auch in seiner Beziehung zu Tereza, der geretteten Prostituierten, hätte deutlich machen können. Nun ja. Arthur Abraham (ja, der Boxer) hat übrigens genauso einen kurzen Gastauftritt wie der andere neue Hamburger Tatort-Kommissar Wotan Wilke Möhring. Ersterer wird glücklicherweise nach fünf Minuten erschossen.

Alles in allem muss ich konstatieren, dass mir der erste Schweiger-Tatort durchaus gut gefallen hat. Er bricht aus den typischen Tatort-Abläufen aus (es gibt KEINEN Halb-Zehn-Verdächtigen!) und bringt mal ein bisschen Schwung in die betagte Serie. Nun mag der Schwung ziemlich klischeehaft und plakativ sein, und vielleicht auch typisch Schweiger. Aber glücklicherweise gucke ich ja keine anderen Filme vom lieben Til, so dass ich 90 Minuten Tatort pro Jahr gut ertragen kann. Er kann also von mir aus gerne weitermachen. Willkommen in Hamburg!

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Lehrveranstaltungsevaluation

Ich arbeite ja bekanntlich – oder auch nicht – als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hamburger Uni. Im Zuge dessen fiel auch die Lehrveranstaltungsevaluation unseres Fachbereichs in mein Aufgabengebiet. Hauptsächlich übrigens deshalb, weil die eigentlich dafür eingesetzte studentische Hilfskraftstelle gestrichen wurde.

Nun kann man sich die Evaluation wie eine ganz normale Befragung vorstellen: in den jeweiligen Lehrveranstaltungen werden die zuvor von der Evaluationsstelle entwickelten Fragebögen zur Qualität der Veranstaltung und Kompetenz des Dozenten and what not ausgeteilt, von den Studenten (und Studentinnen) ausgefüllt und anschließend wieder eingesammelt und schließlich ausgewertet.

Im Detail sieht das so aus, dass unser Fachbereich der Evaluationsstelle alle relevanten Lehrveranstaltungen meldet, sie dort entsprechende Deckblätter für die einzelnen Befragungen erstellen und uns den Fragebogen und die Deckblätter als *.pdf-Dateien zurückschicken. Die müssen wir dann ausdrucken. Ausdrucken! Auf Papier! Für jede Veranstaltung ein Deckblatt und die der gemeldeten Studenten entsprechende Anzahl an Fragebögen. Das machte in unserem Fall 2400 Seiten Fragebogen. Ich habe keine Ahnung, was das den Fachbereich gekostet hat. Aber ich bin sicher, es war Geld.

Dann habe ich Fragebögen und Deckblätter entsprechend der Lehrveranstaltungen aufgeteilt, in Umschläge verpackt und an die Dozenten verteilt und auf die Rückläufer gewartet. Das war so Anfang Januar. Gestern dann kam der lustige Teil der Arbeit. Mit allen bei mir wieder angekommenen ausgefüllten Evaluationsbögen – deren Anzahl selbstverständlich bedeutend geringer ist als die der ursprünglich verteilten Bögen – gehe ich zu einem Einzugsscanner (für dessen Nutzung man etwa eine Woche zuvor einen Termin machen muss) und scanne die ausgefüllten Bögen wieder ein. Ich digitalisiere sie wieder. Die vorher auf Papier ausgedruckten Bögen. Digitalisiere ich wieder. Das geht natürlich nicht ganz so reibungslos, denn die Kreuzchen-Erkennungssoftware ist etwas unsicher. Sie erkennt ein angekreuztes Kästchen am korrekten Füllungsgrad. Leere Kästchen und zu volle Kästchen (wenn der Ausfüller beispielsweise ein zuvor gesetztes Kreuz durchstreicht) werden ignoriert. Das heißt aber auch, dass mit Bleistift oder etwa von schwächlichen Veganern ausgefüllte Fragebögen nicht genug Kästchenfüllungskoeffizient (das habe ich mir eben ausgedacht) generieren, um vom Programm erkannt zu werden. Ähnlich ist es bei zu dicken Stiften – Kreuzchen mit Edding werden nicht gezählt. Und bei allen Sachen, bei denen der Rechner unsicher ist, fragt er mich. Gestern fragte er mich – grob geschätzt – 3700 mal. Nun fühle ich mich natürlich gerne klüger als ein Computer, aber das war dann doch ein wenig anstrengend.

Mein Freund, der Scanner.

Mein Freund, der Scanner.

Die Auswertung an sich erfolgt dann automatisch und von mir unbeeinflusst. Ich muss nur noch mit einem Klick auf einen Button jedem Dozenten für jedes Seminar seine Evaluationsauswertung zuschicken lassen. In Form einer Mail, also auch digital.

Und so saß ich nun gestern vor dem Scanner und fragte mich, ob das alles wirklich so gemacht werden muss. Wenn Dinge von digital zu analog und dann wieder zu digital gewandelt werden müssen, stimmt doch irgendwas nicht. Wäre es nicht leichter, die Evaluation in Form einer Online-Umfrage durchzuführen? Die ganzen Daten zu den Veranstaltungen sind ohnehin schon online – mit Teilnehmern und Dozenten und allem. Im Studien-Infonetz der Uni. Es kann doch eigentlich nicht so schwer sein, dort für jede Veranstaltung die Evaluation mit einzubinden. Die schaltet man dann kurz vor Semesterende frei und teilnehmen dürfen nur die in der Lehrveranstaltung eingeschriebenen Studenten. Die Auswertung geht dann ganz automatisch an die Dozenten.

Wäre das nicht viel einfacher? Und es würde Geld und Papier sparen. Und Müll! Ich habe hier jetzt zig ausgefüllte, nutzlose Bögen in Umschlägen im Büro rumliegen. Ich vermute, die Rücklaufquote wäre auch höher. Mal davon abgesehen, dass nicht alle Dozenten ihre ausgefüllten Bögen überhaupt abgegeben haben ist auch bei keinem die ausgeteilte Anzahl an Bögen wieder ausgefüllt zurück gekommen. Ich vermute, auch das sähe bei einer Online-Umfrage anders aus.

Nun ja. Ich habe leider keine Ahnung, wem ich meinen super innovativen (*hüstel*) Vorschlag zur Ablehnung vortragen könnte. Aber für eine bessere Idee als den Status Quo halte ich es allemal.

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Der Papst wiederverwertet.

Der folgende Text erschien am 23. September 2011 in meinem anderen Blog, passt aber gerade heute so gut. Deshalb recycle ich ihn hier noch mal. Er passt ohnehin besser zum Purzelkraut.

„Moin,

Wie vielleicht bereits aus Funk und Fernsehen bekannt, ist derzeit der Vertreter Gottes auf Erden (wenn man der Katholischen Kirche glaubt, was man nicht tun sollte) zu Besuch in Erfurt – der Stadt, in der wir zufällig wohnen. Nun habe ich normalerweise mit Religion im Allgemeinen und mit der Katholischen Kirche im Speziellen wenig zu tun und ich könnte mich nun in einem endlosen Schwall von blasphemischen Gedankenergüssen zu diesem Thema verlieren. Das werde ich aber nicht tun. Hoffe ich.
Eigentlich wollte ich dieses Ereignis entsprechend meiner Abneigung auch völlig ignorieren. Doch dann beschloss ich gestern, meinem sensationsgierigen Schweinehund nachzugeben und heute vormittag, bevor wir uns dann auf unseren Gebeseer Landsitz flüchten, einen kleinen Streifzug durch die Stadt zu machen und ein paar Polizisten zu fotografieren. Denn die sollten dem Hörensagen nach zu Hauf in der Stadt sein. Auch wollte ich mir anschauen, was nun kurz vor Papstbesuch so in der Stadt los wäre und wo man überall nicht mehr hin dürfe.

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Das hier ist übrigens das für diese zwei Tage Rumgepapste entworfene Logo, das in der Stadt zahlreich zu finden ist.

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Das erste, was mir auffiel: Es sind tatsächlich sehr viele Polizisten (und wenn ich Polizisten schreibe, meine ich Bullenschweine) in der Stadt. Es klänge vermutlich übertrieben, wenn ich schriebe: „An jeder Ecke stand ein Polizist.“, aber ab einer bestimmten Entfernung zur Stadtmitte stand wirklich an jeder Ecke ein Polizist. Stellvertretend hierfür der einsame Uniformträger oben auf dem Bild. Das allein ist aber nicht so besonders, denn das ist im Grunde ja jedes zweite Wochenende auch so, wenn Rot Weiß Erfurt ein Heimspiel hat.

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Am Anger stellte ich dann mein Fahrrad ab und schlenderte ein wenig rum. Natürlich versuchten einige Einrichtungen, ihre Besucherzahlen mit Hilfe der Papst-Touristen ein bisschen in die Höhe zu treiben. Und natürlich durften auch die obligatorischen Ramsch-Buden nicht fehlen. Ein wenig vermisste ich den Geruch von Glühwein in der Luft. Kann man diesen Messwein nicht auch warm trinken?
Interessanterweise liefen auch einige Menschen mit BILD-Shirt über den Anger, die den Passanten kostenlose Ausgaben ihrer teuflischen Zeitung austeilten. Mir wurde auch eine angeboten. Und für den Bruchteil einer Femtosekunde war ich versucht, zuzugreifen. Dann allerdings konnte ich mich aus dem hypnotischen Blick des BILD-Zeitungs-Siths herauswinden und mannhaft: „Nein, danke. Ich habe gerade keinen alten Fisch zum Einwickeln bei mir.“ sagen. So zumindest habe ich es in Erinnerung.

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Ich ging dann weiter zum Domplatz. Der war, vermutlich schon für die morgige Messe dort, komplett abgesperrt, genau wie der Petersberg. Vor der Absperrung liefen wieder etliche Polizisten rum. Und vor diesen Polizisten standen zahlreiche Menschen und guckten und zeigten Richtung Dom. Da war aber gar nichts, außer halt dem Dom. In meinem Kopf stempelte ich sie als Idioten ab und ging weiter, bis ich zu diesen hübschen Dixie-Klos kam. Die sind vermutlich für den nie ganz auszuschließenden Fall dort aufgestellt worden, dass sich bei der Predigt morgen etwa 50 Menschen gleichzeitig übergeben müssen.
Dann wollte ich weiter, kam es aber nicht, weil die Straße abgesperrt war. Ich wollte mich gerade Richtung Fischmarkt wieder nach Hause machen, als ich hörte, wie eine Mutter ihrer kleinen Tochter erzählte, dass der Papst gerade im Dom sei. Das erklärte mir dann auch, wieso die ganzen Menschen da standen – also stellte ich mich ganz idiotisch mit dazu. Wenn ich nun schonmal hier war, konnte ich auch noch fünf Minuten auf den ollen Benedetto warten.

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Und dann kam er auch schon! Und hier ist er: der Papst. In seinem schönen, weißen Ratzefummel. Neben ihm glaube dieser Bischof von Erfurt, mit dem er sich im Augustinerkloster getroffen hatte. Oder auch nicht, ich übernehme da keine Garantien.

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Hier noch ein bisschen näher. Mehr hat mein Objektiv nicht hergegeben. Ich vermute, hier erklärt der Heilige Vater den wartenden Journalisten gerade, was für große Brüste die Jungfrau Maria laut Neuem Testament hatte.

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Ja, ja. Bei so viel freudigem Rumgeglaube und christlicher Nächstenliebe muss sich selbst die hartgesottenste Polizei-Brunhilde ein Tränchen verdrücken. Schnüff.

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Hier trifft oder traf sich übrigens der Papst mit den Vertretern der Evangelischen Kirche bei einem schönen, kühlen Bier. Hmm, lecker.

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So nächstenlieb und nett sieht der Papst übrigens von Nahem (und mit Weihnachtsmannmütze) aus. Das Foto habe allerdings nicht ich gemacht, sondern es ist hier her.

Und wisst ihr schon, wer demnächst auch nach Erfurt kommt und einen ähnlichen Unterhaltungswert hat, wie der Benedikt? Na? Ja! Fips Asmussen!
So, und zur Relativierung der ganzen Begeisterung und weil ich es überhaupt sehr gut finde, hier noch ein weiterer Fremdbeitrag. Viel Spaß!“

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#Windows8

Ich habe ein Review zu schreiben. Zum einen natürlich aus meinem ganz eigenen Mitteilungs- und Geltungsbedürfnis heraus und zum anderen, weil ich ganz plump dafür bezahlt wurde – und zwar mit dem zu rezensierenden Ding.

Am 26. Oktober hat Microsoft sein neues Windows 8 Betriebssystem für die Allgemeinheit zum Erwerb bereitgestellt. Und zwar – in einem geschickten Marketingschachzug – zu anfänglich relativ niedrigen Preisen. So war es zum Beispiel möglich, seinen Rechner für nur knapp 15 Euro von Windows 7 auf Windows 8 upgraden zu lassen, sofern man ihn nach dem 01. Juni 2012 gekauft hatte. Glücklicherweise habe ich meinen am 02. Juni gekauft…

Nun gab es für mich eigentlich keinen wirklich rationalen Grund, auf ein neues Betriebssystem umzusteigen. Das alte war nicht wirklich alt und tat seinen Dienst einwandfrei. Aber ich bin halt neugierig und wollte mal sehen, worum Microsoft in der letzten Zeit nun so ein riesiges Trara gemacht hat und natürlich auch, was es mit dieser früher Metro (und heute Windows 8 Modern UI) genannten Oberfläche auf sich hat. Die Installation bzw. das Upgrade von Windows 7 auf seinen Nachfolger funktionierte einwandfrei. Ich hatte erst ein wenig Bammel um meine Daten, aber es war nach dem ersten Start des neuen Betriebssystem immer noch alles an Ort und Stelle.

Das Auffälligste ist in der Tat die neue Oberfläche mit den schon von Windows Phone 7 bekannten Kacheln. Zumindest waren sie mir als Teil der winzigen Minderheit, die dieses Handy-OS benutzt, schon bekannt. Und genau wie auf dem Handy finde ich sie auch auf dem Desktop ziemlich schick. Nach mittlerweile mehrwöchigem Alltagsgebrauch finde ich auch nicht, dass man unbedingt ein Touchscreen braucht, um dieses Interface sinnvoll benutzen zu können. Das geht genauso gut mit der klassischen Maus oder der Tastatur und dann sogar ganz ohne blöde Fettfingerabdrücke auf dem Display. Die wenigen wirklich neuen Maus-Funktions-Bewegungen (hauptsächlich das Bewegen zu den Bildschirmrändern um Kontext-Menüs oder Fensterwechlser aufzurufen) hat man im Handstreich erlernt.

Auch die Integration mit meinem Handy und dem daher bei mir schon ziemlich lange vorhandenen und bisher kaum sinnvoll genutzten Windows-Live-Account klappte wunderbar. Endlich habe ich meine Handykontakte, die Kalenderdaten und die OneNote-Notizen auch auf meinem Rechner. Das hatte ich vorher nicht oder nur sehr umständlich. Zugegeben hatte ich mich aber auch nie wirklich darum bemüht – hier passierte das halt automatisch alles mit und ich mag es. Es gibt auch ähnlich wie bei Apple und wie von Mobilgeräten gewohnt einen App-Store, aus dem man sich Programme für den Rechner herunterladen kann und vorhandene aktualisiert werden.

Leider ist aber nicht alles nur schicke neue Oberfläche. Der „gute, alte Desktop“ ist nämlich auch noch vorhanden. Zum Aufrufen klickt man nun einfach auf die Desktop-Kachel: und da ist er, mit Verknüpfungen und Papierkorb und allem. Nur das „Start“-Menü fehlt, aber das habe ich ohnehin fast nur noch beim Ausschalten des Rechners benutzt. Und so sehr der Desktop auch noch die Brücke zu vorherigen Windows-Versionen zu schlagen versucht und den Umstieg vielleicht erleichtert: Er ist vollkommen überflüssig. Durch ihn bekommt man das Gefühl, ein ganz normales Windows wie schon jahrelang vorher auch zu benutzen – auf das halt noch eine fancy aussehende Schnulli-Oberfläche draufgeflanscht wurde. Das ist nichts halbes und nichts ganzes. Das Gefühl verstärkt sich noch durch den halbgaren Eindruck, den einige der bereits an die Modern UI angepasste Apps hinterlassen. Beispielsweise die Skype-App. Man kann das Programm in zwei Versionen auf seinem Rechner benutzen – als herkömmliche Desktop-Variante und als Modern UI-Variante. Erstere kennt man, sie bietet den vollen Funktionsumfang, alles ist prima (naja, so prima Skype halt ist). Aber sie läuft nur auf dem Desktop. Die andere ist schick und fügt sich schön ins moderne Gesamtbild ein – aber es war uns nicht möglich, darüber eine Datei zu verschicken. Entweder ist der Menüpunkt zu gut vor uns versteckt gewesen, oder es gibt ihn einfach nicht.

Ähnlich verhält es sich mit Browsern. Es gibt weder eine Firefox- noch eine Chrome-App, die an das neue Design angepasst sind. Beide laufen als ganz normale Desktop-Fenster. Selbst der Internet Explorer von Microsoft(!) (Aber den verwendet ja sowieso keiner). Das soll sich zwar bald ändern, und es lassen sich zumindest vom Firefox bereits entsprechende Beta-Versionen herunterladen, aber ich hätte es halt auch gerne jetzt schon gehabt, und nicht erst irgendwann. Und so mangelt es dem ganzen Unternehmen „Windows 8“ für meinen Geschmack etwas zu sehr an Konsequenz. Sollte Apples Mac- oder iOS als Vorbild gedient haben, hätte man mal etwas genauer hinschauen sollen und darauf achten müssen, dass das Ganze etwas mehr wie aus einem Guss wirkt und nicht so aufgesetzt. In seinem jetzigen Stadium erinnert es mich sehr an die halbgaren Versuche der frühen Ubuntu Unity-Oberfläche. Aber vielleicht wird das ja alles noch besser, wenn es dann mehr native Modern UI-Apps gibt und man auf den eigentlich gar nicht mehr benötigten Desktop endgültig verzichten kann. Oder man eben auf die Modern UI verzichtet und wieder beim Desktop landet. So wie jetzt scheint es auf jeden Fall wie nichts halbes und nichts ganzes. Das ist zumindest mein Gefühl im täglichen Umgang damit.

Es sollte trotzdem mal gesagt werden, dass man damit prima arbeiten kann. Es ist schick und gut zu bedienen, benutzerfreundlich und bootet auch akzeptabel schnell. Es ist also kein Griff ins Klo, wenn man es hat. Es müsste aber wohl noch ein bisschen reifen. Und bis das soweit ist, kann man auch bei Windows 7 bleiben. Oder MacOS oder Linux oder OpenBSD oder was auch immer man gerne hätte.

 

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Podcasten für Dummies

Als Chris – und auf sein gutes Zureden hin auch ich – vor einiger Zeit beschlossen, uns nach Jahren passiven Podcast-Konsums nun auch selbst unter die aktiven Podcast-Autoren zu wagen, hatten wir beide keinerlei Ahnung, wie das eigentlich funktionieren sollte. An diesem Zustand hat sich bis heute nur wenig geändert. Trotzdem haben wir es immerhin geschafft, eine rumpelige Pilotfolge aufzunehmen, zu publizieren und seit neuestem auch einen entsprechenden RSS-Feed einzurichten. Und da ich dafür über das ganze Internet versteute Informationen und How-Tos zusammensuchen musste, möchte ich den ganzen Ablauf hier noch mal zentral zusammenfassen. Vielleicht hilft es ja irgendwem. In jedem Fall hilft es mir, Ordnung in meinen Kopf zu schaffen. Ich habe übrigens keine Ahnung, ob ich das so gemacht habe, wie man das normalerweise macht oder ob ich völligen Schwachsinn fabrizierte – der allerdings trotzdem irgendwie funktioniert. Ich übernehme also keine Garantien für irgendwas.

1. Idee

Im Anfang war das Wort die Idee. Ich nehme an es ist ratsam, zumindest eine grobe Vorstellung von dem zu haben, was man eigentlich machen möchte. Bei uns war es ein Podcast über Filme, der nicht vor möglichen Spoilern halt macht. Das tolle an Podcasts ist aber, dass man abhängig von den eigenen Ansprüchen eigentlich machen kann, was man möchte. Zielgruppen, Reichweite, Einschaltquote und ähnlicher Kram spielen im Grunde keine Rolle, da das in unserem Fall ein reines Privatvergnügen ist, wir damit nichts verdienen (im Gegenteil) oder sonst irgend welchen fremden Ansprüchen genügen müssen. Will man aber eine möglichst große Anzahl an Zuhörern erringen – ein Punkt, der mir persönlich derzeit vollkommen egal ist – sollte sich das Ganze vielleicht nicht all zu experimentell für Kopf und Ohren anfühlen.

2. Webspace

Wir hatten also unsere Idee. Als nächstes habe ich mich um eine Internet-Domain bemüht, weil alle mir bekannten Podcasts auch welche haben. Doch wo kriegt man die her? Um sich eine Domain zu sichern, sagt man im Normalfall einem Webhosting-Unternehmen, welche man gerne hätte und die kümmern sich dann um alles weitere. Um einen guten Webhoster zu finden, habe ich mit Hilfe von Denic geguckt, welcher denn so von anderen Podcastern benutzt wird. Der Gewinner war Host Europe. Die haben scheinbar ganz günstige Preise und vor allen Dingen einen sehr guten Support. Ich habe mich dort durch unendlich viele FAQs gekämpft, die alle sehr hilfreich waren. Ich kann sie also durchaus empfehlen. Die viel wichtiger Frage war aber, welche Domain ich überhaupt einrichten sollte. Wie sollte also unser Podcast-Imperium heißen? Wir entschieden uns für Flachbereich.de, was sich einerseits aus den ersten beiden Buchstaben unserer Vornamen – Flo und Chris – mit einem dazwischenstehenden „a“ für „and“ zusammensetzt und andererseits ähnlich wie Fachbereich klingt. Das betont unsere akademische Superprofessionalität und lässt auch Spielraum für verschiedene Podcast-Themen, sollten wir denn welche finden. Also beispielsweise sind wir momentam im Flachbereich Film, aber vielleicht reden wir ja irgendwann auch über Spiele oder Serien oder Bücher oder Frauen oder Chemie. Wir haben uns übrigens für „FLo And CHris“ entschieden, weil die gleiche Zusammensetzung mit dem deutschen „und“ irgendwie weit weniger positive Assoziationen zugelassen hätte…

Ich habe zuerst nur die nackte Domain gesichert, weil das preislich am günstigsten war. Im Prinzip war es aber Quatsch, da ich ohnehin vorhatte, früher oder später dort ein eigenes WordPress zum Zwecke der Podcast-Publikation aufzusetzen. Deshalb würde ich nun empfehlen, sich gleich ein entsprechendes Webhosting-Paket herauszusuchen und das zu buchen. Wichtig ist nur, dass es die Voraussetzungen erfüllt, die eine eigene WordPress-Installation verlangt. Für uns habe ich das mittlerweile natürlich auch gemacht und das WebPack4.0 L genommen. Damit lief und läuft bisher alles einwandfrei und man hat mit 10GB Webspace auch genug Speicher für einige Podcast-Folgen auf dem Server.

3. Aufnahme

Zur eigentlichen und optimalen Aufnahmetechnik kann ich nicht viel sagen, weil ich davon selbst keine Ahnung habe. Aber es gibt beispielsweise diese *.pdf-Datei von Podcast-Gott Tim Pritlove, in der relativ viel zu Mikrophonen, Mischpulten und was weiß ich allem steht. Wer lieber Podcasts hört als zu lesen, der kann sich auch den Lautsprecher, ebenfalls von Tim, abonnieren. Mir persönlich wurde das ganze allerdings schnell etwas zu professionell und setzte meines Erachtens zu viel Vorwissen voraus, als dass ich daraus wirklich viele nützliche Hinweise hätte ziehen können. Und zweifellos hat Tim Pritlove glücklicherweise auch wesentlich höhere Ansprüche an Podcast-Produktionen als ich. Wir haben dann auch – vor allem mangels Vorhandensein – weder ein externes Mischpult noch irgendwelche superfancy Mikrophone für unsere Pilotfolge verwendet. Stattdessen hatte jeder von uns ein ziemlich normales Headset auf dem Kopf, wir haben uns per Skype angerufen und dieses Gespräch mit Hilfe einer Software namens MP3 Skype Recorder aufgezeichnet. Das Ergebnis ist keine akustische Offenbarung, aber es genügt meinen Ansprüchen an eine kostengünstige Amateurproduktion und passt sich so auch formell-akustisch gut an unsere inhaltlichen Unzulänglichkeiten an.

4. Bearbeitung

Was die von uns verwendete Aufnahme-Software ausspuckt ist je nach Einstellungen eine Stereo- oder Mono-MP3-Datei in einer bestimmten Bitrate. Die könnte man nun entweder direkt veröffentlichen oder noch ein wenig nachbearbeiten und beispielsweise ein paar unliebsame Stellen herausschneiden, eine Titelmusik hinzufügen oder anderen Schnickschnack reinbauen. Und wenn man seine Audiodatei auf irgend eine andere Art erstellt hat, gilt das gleiche. Ich habe zur Nachproduktion das Open Source-Programm Audacity verwendet – denn es ist kostenlos. Und weil ich nicht ganz sicher war, ob das Ergebnis schon gut genug ist, habe ich es noch mal beim automatischen Audioverbesserungsdienst Auphonic hochgeladen und dort durch die Mangel nehmen lassen. Das ging erstaunlich schnell und war sicher keine schlechte Entscheidung. Und weil ich es so toll finde, dass es so einen Dienst für Umme gibt, habe ich ihn gleich noch geflattrt.

5. Publikation

Bis hier hin war alles ziemlich einfach. Nun kam die Publikation und damit die Installation von WordPress auf unserem eigenen Webspace. Ich bin dabei hauptsächlich dieser 5-Minuten-Anleitung gefolgt, die allerdings zeitlich etwas optimistisch geschätzt ist. Vor allem das Heraussuchen und Eintragen der MySQL-Datenbanken war mit dem Lesen einiger FAQs bei Host Europe verbunden, ging dann aber auch ganz einfach. Wer das auch machen muss, kann hier gucken. Ansonsten hat es sich als brauchbar erwiesen, bei einer Suchmaschine die passenden Suchbegriffe einzugeben.

Wenn WordPress dann mal läuft, kann man es nach Belieben anpassen, also eigene Themes installieren, Widgets aktivieren und so weiter. Um bequem Podcasts zu veröffentlichen und auch den entsprechenden Feed zu bekommen, habe ich dann ein Plugin namens Blubrry installiert. Die bietet gleichzeitig noch einen Webplayer um die Episoden gleich online abspielen zu können und allerlei anderen Schnickschnack. Die nötigen Einstellungen sind auch bequem über das WordPress-Dashboard durchführbar. Dann muss man zum Veröffentlichen eigentlich nur noch seine Audio-Datei mit einem FTP-Client auf den Server laden, in einem Post auf diese verlinken und möglicherweise noch ein, zwei Worte dazu schreiben (die Shownotes beispielsweise). Den Rest erledigt Blubrry. Wenn man Optimist ist, kann man sich in sein Blog auch gleich noch per Plugin Flattr integrieren. Ich habe das auch mal gemacht.

6. Feed

Um den Feed kümmert sich auch Blubrry, das klappt bisher alles ganz gut. Die entsprechenden Einstellungsmöglichkeiten sind vorhanden und wenn man dann noch den Hilfeseiten von Apple, beispielsweise hier und hier, folgt, sollte das eigentlich ganz gut klappen mit dem Einfügen in iTunes. Das dauert allerdings auch eine ganze Weile, weil irgendwelche ominösen Mitarbeiter den Podcast erst noch „prüfen“. Würde mich ja schon sehr interssieren, wie so eine Prüfung aussieht.

Das wärs dann also erstmal, denke ich. Das ist zumindest gerade unser Stand der Dinge. Wenn ich daran etwas ändert und ich daran denke, könnte ich diesen Post hier vielleicht noch ein bisschen erweitern.

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#Grillen

Wie ich in letzter Zeit bereits auf Twitter dezent durchscheinen ließ, waren wir Neu-Hamburger in den letzten beiden Wochen zu Besuch in der alten Heimat – im Auenland. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf familiärem Beisammensein, ein wenig analogem Lesen und ausgiebigem Nichtstun.

Allerdings kamen, wie es sich aber für anständige Hobbits gehört, auch Bier und fleischhaltige Nahrungsmittel nicht zu knapp, und ich wollte an dieser Stelle einfach mal die Gelegenheit nutzen und kurz erklären, wie das mit dem sogenannten Grillen so funktioniert – illustiert mit einer selbst erstellen Fotostrecke. Denn sehr oft liest man ja in Zeitungen von schrecklichen Grillunfällen, bei denen ganze Wohnbezirke entweder in Flammen auf- oder hungrig ins Bett gehen, weil sich die Beteiligten gänzlich unwissend an das Abenteuer Holzkohlegrill heranwagten. Hier möchte ich Abhilfe schaffen.

Wir beginnen, ganz entgegen herkömmlicher Vorgehensweisen, am Anfang.

Vorbereitung gewinnt. Im Normalfall grillt man nicht in geschlossenen Räumen, sondern im Freien. Damit man nicht ständig zwischen diesen beiden Orten – vorausgesetzt man isst nicht auch im Freien – hin und her laufen muss, sollte man gleich all das Grillgut und sonstige Werkzeuge mit nach draußen nehmen. Besonders wichtig ist dabei natürlich die Grillzange, ein Messer (ein Messer kann man immer gebrauchen) und ein Topf, um das fertige Grillgut darin zu sammeln und warm zu halten.

Es folgt das Wichtigste: Das Anfeuern des Grills. Den hat man zuvor am besten von den Ascheresten des letzten Grillabends befreit und den Rost ordentlich mit einer Drahtbürste auf Hochglanz geschrubbt. Optional kann dieser auch noch mit einem Stückchen Speck eingefettet oder wahlweise ein wenig an der Hüfte desjenigen mit der größten Grillerfahrung gerieben werden. Dann den Rost beiseite stellen. Anschließend kippt man die Holzkohle in den Grill. Vorsicht bei der Dosierung! Wenn der Rost beim Test-Auflegen auf den Grill auf einer Holzkohlebergspitze zum Liegen kommt, ist das zu viel. Nun macht man Feuer!

Es gibt da sehr viele verschiedene Möglichkeiten, die Kohle zum Glühen zu bringen. Die Öko-Methode mit Reisig, Ästchen und Hölzchen, feste Grillanzünder, sogar das Bearbeiten der Kohle mit einem heißen Fön habe ich bereits beobachtet. Das ist alles Quatsch. Die Sache ist viel einfacher: einfach Unmengen Spiritus auf die Kohle kippen, anzünden und dann warten, bis das Feuer wieder aus geht. Gesundheitliche Risiken aufgrund der hohen Brennstoffmengen sind zu vernachlässigen oder im nun bereits zur Hand genommenen ersten Grillbier zu ertränken.

Ist das Feuer erloschen, sucht man sich einen willigen Wedelsklaven, der es mit einem möglichst flachen, breiten und leichten Gegenstand wieder zu entfachen versucht. Das macht er so lange, bis die ganze Kohle schön weiß durchgeglüht ist. Nebenbei das Biertrinken nicht vergessen!

Nun kann der Rost auf den Grill, und auf diesen dann das zu garende Fleisch. Beginnen sollte man dabei mit dem, das am längsten und/oder meisten Hitze braucht – also beispielsweise die Steaks aus Schweinefleisch.

Sind die fertig (immer mal wenden, nicht zu schwarz, klein und schrumpelig werden lassen) und lagern im bereitgestellten Topf kommen die Würste und, falls auch Frauen mit essen, das Geflügel. Über die Würste gerne immer mal ein paar Spritzer des mittlerweile zweiten Grillbieres geben. Der Effekt ist zwar umstritten, aber es sieht sehr professionell aus. Auch sorgt der Geruch und das Aussehen von ein paar daneben gegangenen Bierspritzern auf Hemd und Hose für angenehmes Sommer-Grill-Gefühl und viel Freude bei den späteren Tischnachbarn.

Abschließend kann dann auf den Grill, was halt noch so da ist. Grillfackeln, Spießchen, Katzen. Immer schön wenden, dabei wissend nicken und Dinge sagen wie: „Ja, die können noch.“, „Das sieht schon gut aus.“ oder „Das muss so sein, für die Röstaromen.“ Bier trinken dabei nicht vergessen. Grillen ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe und erfordert höchste Konzentration und vollen kognitiven Einsatz.

Zum Schluss stellt man den Topf mit dem nun fertigen Grillgut auf den Tisch und kann endlich die Ergebnisse seiner harten Arbeit und die Anerkennung der anwesenden Nicht-Griller genießen. Es ist noch wichtig anzumerken, dass Brot oder gar füllende Beilagen wie Salate im Grunde völlig überflüssig sind. Nicht zu verachten ist jedoch ihre farbgebende Wirkung auf einem Esstisch, und das Auge isst ja schließlich auch mit.

 

 

 

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