Archiv der Kategorie: Gamification

#Hamburg

Nach über einem Monat Funkstille ist es wohl mal wieder an der Zeit, eine Kleinigkeit in mein Blog zu schreiben. Zumal es sogar etwas mehr zu erzählen gibt als sonst, denn ich verbrachte die letzte Woche in der Stadt, in der wir vermutlich in nicht all zu ferner Zukunft alle wohnen werden. In Hamburg.

Zwischen dieser Hamburg-Woche und dem letzten Blog-Post lagen auch noch so Nebensächlichkeiten wie Silvester, Weihnachten und mein 30. Geburtstag, aber das nur am Rande. Es wurde alles gut überstanden.

Was mich nach Hamburg verschlug war zum einen natürlich die Neugier auf die Stadt selbst und was meine Freundin dort so treibt und zum anderen die Aussicht auf Interviews mit Marketingprofis für meine MA-Arbeit. Zwei davon habe ich auch erwischt, und dazu konnte ich mich noch mit Sebastian Deterding treffen und über Gamification, Foursquare und andere Dinge plaudern. Außerdem habe ich mal das Büro meiner Freundin von innen gesehen und wurde auch sonst in alle wichtigen Stadtgeheimnisse eingeweiht.

Los gings mit einer erstaunlich unspektakulären Bahnfahrt, bei der nur ein einziger Zug Verspätung hatte und diese wirkte sich nicht mal negativ auf den Anschlusszug aus. Dafür war ich offenbar mit einem dieser Kuschel-Werwölfe aus Twilight in einem Abteil…

Habe ich mich eigentlich schon ausreichend darüber echauffiert, was diese unsägliche Stephenie Meyer mit ihren in religiösem Wahn geschriebenen Kuschelvampir-Schmonzetten und den entsprechenden Filmen, für die ich sie natürlich ebenfalls direkt verantwortlich mache, dem Vampir- und Werwolf-Mythos angetan hat? Degradiert zu im Sonnenlicht funkelnden Emo-Teenies und Lassie-haften Knuddelhündchen fristen diese altehrwürdigen Horrorliteratur-Kreaturen in den Köpfen der meisten heutigen Jugendlichen doch sicher ein völlig unwürdiges Dasein. Es ist so traurig, ich könnte ein deprimierendes Indie-Rock-Lied darüber schreiben. Ich schweife ab…

Montag Mittag kam ich dann beinahe pünktlich am Hamburger Bahnhof Dammtor an und wurde durch die in der Nähe liegenden Gefilde der Hamburger Uni geführt, wo ich dann auch die meiste Zeit der nächsten Tage verbringen und in der Bibliothek Interviews transkribieren sollte. Mittag gab es immer in einer der zahlreich vorhandenen Mensen, die ich alle empfehlen kann.

So, ein bisschen Sight-Seeing: Oben zu sehen ist der Hygieia-Brunnen im Innenhof des Hamburger Rathauses. Nicht weiter spektakulär, hat aber besser auf das Bild meiner Handy-Kamera gepasst als das Rathaus selbst. Das ist nämlich ziemlich groß. Es hat auch einen Balkon, und ich musste mich fragen, ob die Mannschaft des HSV wohl jemals wieder dort stehen und sich für irgend etwas feiern lassen wird.

Hier ein Bild der berühmten Hamburger Speicherstadt, durch die ich auch einmal gestreift bin. Hübsch, hübsch, aber nichts gegen die wunderschöne…

…Baustelle der Elbphilharmonie! Ein wahrer Prachtbau. Vor der Universität stand übrigens eine Schuldenuhr der Stadt Hamburg, die zum Zeitpunkt meines Blicks darauf auf 25 Mrd. € Schulden stand. Zum Vergleich dazu stand drunter das Vermögen der reichsten Hamburger, beziffert mit 123 Mrd. €. Aber das hat natürlich fast nichts mit dieser hübschen Bauruine zu tun…

Da war ich leider nicht drin, aber ich bin einmal drumrum gelaufen: Das Glashaus des Spiegel.

Und ja! Auch in Hamburg gibt es einen Hauch Erfurt. Und zwar auf einem der Bibliotheks-Schließfächer, die dort nämlich neben Nummern auch noch Namen haben. Der Grund dafür ist vermutlich, dass es hier keine Schlüssel gibt, mit dessen Hilfe man die Nummer seines Schließfachs problemlos recherchieren könnte. Statt dessen gibt man hier nach dem Zuklappen der Tür einen vierstelligen Pin ein, drückt einen Knopf und kann dann zuschließen. Zum Aufschließen muss man den möglichst gleichen Pin wieder eintippen, wieder einen Knopf drücken und kann dann aufschließen. Das erfordert schon eine gewisse kognitive Kapazität, denn man muss sich sowohl Pin als auch passendes Schließfach merken. Auch eine Art Hochschulzugangsbeschränkung…

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Montag

Noch als kleiner Nachtrag zum letzten Blogeintrag zur „Games, Life and Utopia„-Tagung hier nochmal zwei Links zu einigen der vorgestellten Produktdesigns, die etwas Reibung in die täglichen, automatisierten Abläufe bringen sollen: The Never Hungry Caterpillar und die Forget Me Not-Leselampe. Ich hatte die zwar bereits getwittert, aber der Vollständigkeit halber schreibe ich sie hier auch nochmal hin.

Mittag gab es heute wieder in der Erfurter Mensa. Meine Freundin und mein Kind waren ausnahmsweise auch mit dabei, weil erstere noch bis heute Abend Zeit bis zur Abreise nach Hamburg hatte und letzteres ein wenig kränkelt und deshalb ausnahmsweise nicht im Kindergarten war.
Das tolle an der Erfurter Mensa ist, dass die Kinder von Studenten dort, den entsprechenden Ausweis vorausgesetzt, kostenlos das sogenannte „Kinderessen“ bekommen können. Das ist im Grunde immer eins der normales Menüs, die es auch für die Erwachsenen gibt, nur halt ein bisschen kleiner und auf einem mit Clowns bemalten Teller serviert. Heute war das eine Kartoffelsuppe mit Wiener Wurst. Und da ich mich solidarisch zeigen wollte, aß ich das auch:

Zum Nachtisch gab es Vitamine. Der Krankheit wegen.
Noch kurzer Statusbericht der MA-Arbeit: Ich beschreibe gerade, was Gamification eigentlich ist und arbeite an den Leitfäden für meine Interviews. Morgen muss ich dann mit dem Kind zum Arzt, um mir eine Krankschreibung abzuholen. Ich hoffe, es ist dann noch krank genug, damit ich auch keine bekomme…

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Games, Life and Utopia…und Bahnfahren

Ein recht anstrengender Tag liegt hinter mir. Ich war gestern an der Fachhochschule Potsdam zur Tagung „Games,Life and Utopia“. Los ging es frühs halb acht mit einem ICE, dessen Klimaanlage ausgefallen war…

  
…dann weiter über Leipzig und Berlin…


…und schließlich mit der S-Bahn nach Potsdam. Es ist übrigens sehr lustig, ausgerechnet am „Ölften Ölften Zweitausendölf“ nach Brandenburg zu fahren, wo man offenbar Schwierigkeiten mit der korrekten Aussprache der Zahl elf hat. Zumindest bei dem Gespräch, das ich belauscht habe.

Normalerweise präsentiere ich ja hier die Kochversuche der Erfurter Universitätsmensa, die aus gegebenem Anlass nun leider nicht erreichbar war, deshalb hier kurz das sehr leckere Mittagsmahl der Potsdamer Fachhochschulmensa, die mich freundlicherweise sogar als örtlichen Studenten abkassierte.

Es gab eine Gemüseschnitte mit Ratatouille, Spätzle und Salat. Wobei „Gemüseschnitte“ in einer Mensa immer ein Euphemismus für zusammengekehrte, matschige, in Schuhsohlenform gepresste und schließlich panierte Pflanzenreste ist.
Nach dem Mittag hatte ich noch ein wenig Zeit bis zum Tagungsbeginn, so dass ich ein wenig im Umfeld der FH herumstolperte und plötzlich, völlig ungeplant, vorm Schloss Sanssouci stand.


Äh…ach nein. Ich meinte natürlich dieses Schloss Sanssouci:


Auf der Tagung war ich dann schließlich auch noch. Insgesamt gab es fünf längere und drei kürzere Vorträge. Den Anfang machte Sebastian Deterding als reformatorischer Gamification-Experte, der seine 9,5 Thesen zu selbiger an die Potsdamer Hörsaalwand nagelte. Die Präsentation gibt es leider noch nicht auf Slideshare, vielleicht kommt das ja noch. Auf jeden Fall war sie sehr gut, auch wenn ich vieles daraus schon wusste. Aber das ist ja auch gut so, immerhin schreibe ich ja meine Arbeit darüber. Wen es interessiert, hier in Kurzform seine 9,5 Thesen:
  1. Gamification is the cool new Kid in Town.
  2. Gamification is nothing new.
  3. Gamification is the Use of Game Design Elements in non-game Contexts.
  4. Gamification is not very playful.
  5. Gamification is thinking inside the Box.
  6. Gamification is an inadvertent Con.
  7. Gamification is promising for Designers.
  8. Gamification is worth researching. (Yeah! Das mach ich ja schonmal richtig…)
  9. Gamification is a terrible Word to use. (finde ich übrigens auch)

Die 9,5te These ist eine empfohlene Pflichtlektüre für alle, die mehr über das Thema wissen wollen: „The Well-Played Game“. Mal sehen, ob es das in irgend einer Universitäts-Bibliothek gibt.

Als nächstes erzählten zwei junge Spieldesigner von ihren Erfahrungen bei der Entwicklung des Augmented Reality Games reflow, das ich hier jedem iPad-Besitzer ans Herz legen kann, denn es sah sehr cool aus.

Als nächstes sprach Rilla Khaled über die offenbar noch nicht so weit verbreitete Idee, die tatsächliche Zielgruppe eines Spiels (wobei sie über „Games+“, sprach – Spiele, die nicht nur auf Unterhaltung des Nutzers aus sind) am Entwicklungsprozess teilhaben zu lassen. Was natürlich eine gute Idee ist, weil man so ein besser und passender auf die Spieler zugeschnittenes Spiel entwickeln kann, funktioniert meiner Meinung aber nur da, wo man wirklich genau weiß, für wen man das Spiel entwickelt und wahrscheinlich auch umso besser, je kleiner und genauer umgrenzt diese Zielgruppe ist. Je heterogener die Zielgruppe, desto aufwändiger und schwieriger ist sicher deren Einbeziehung und auch das Einbinden der daraus resultierenden Erkenntnisse in den Designprozess. Aber vielleicht irre ich mich auch, ich bin ja kein Game Designer.

Dann wieder ein kurzer Vortrag zur Audio-Kultur in Spielen, vor allem bezüglich alter Nintendo- und Atari- Piepsmusik. Sowas wie hier.

Dann eine Kaffeepause, die leider zu lang geriet und anschließend der vortragenden Ruttikorn Vuttikorn (ja, die Frau heißt wirklich so, scheint in Thailand auch nichts besonderes zu sein) viel Zeit für ihren Vortrag stahl, was mir ein bisschen leid tat. Sie sprach über von ihr in Thailand entwickelte Brettspiele, die die Heranwachsenden für die dortigen, aus dem schnellen und starken Wachstum resultierenden Probleme sensibilisieren sollen.

Anschließend ein Vortrag von Linda Breitlauch über die Möglichkeiten, herkömmliche Computerspiele auch als Lehrmittel zu nutzen, der leider etwas hastig zusammengestückelt wirkte. Aber auch sie litt zum einen unter dem Zeitdruck und musste sich sehr beeilen und hatte außerdem in Anschluss eine etwas dümmliche Frage von einem offenbar aufgebrachten Vater. Der konnte ihren Thesen, man könne mit digitalen Spielen etwas lernen, nun überhaupt nichts abgewinnen. Seine Begründung war, dass 95% aller Spiele gewalthaltig seien (was völliger Unsinn ist) und er das an seinen Kindern, ich glaube sieben und neun Jahre alt, genau sehe: Immer, wenn sie ihre täglichen 20 Minuten Computerspielen durch haben (mehr erlaubt er ihnen nicht), seien sie völlig aggressiv und aufgekratzt. Nun ist es immer schwierig, pauschal über Einzelfälle wie diesen ausgerechnet nach einem Vortrag sinnvoll zu debattieren, und auch Frau Breitlauch wusste nicht richtig, was die dazu sagen sollte. Vielleicht ja, dass man seine noch ziemlich jungen Kinder nicht einfach alleine vor einen Rechner setzen sollte und sich auch mal darum bemühen zu verstehen, was sie da eigentlich treiben. Davon schien der Vater nämlich keinen blassen Schimmer zu haben.

Danach noch ein Kurzvortrag von Timm Kekeritz, der ebenfalls der Entwickler einer iOS-App namens EcoChallenge ist (die recht interessant, insbesondere in der Umsetzung von Gamification-Aspekten, klang). Auch hier gab es wieder Tipps und Tricks für eigene Entwicklungsprojekte.

Den Abschluss bildete Marc Hassenzahl mit einem Vortrag über Produktdesign von Objekten, die eine gewisse Reibung mit dem alltäglichen Verhalten ihrer Nutzer verursachen, um dieses Verhalten zum Besseren zu verändern. Besonders gut fand ich die sogenannte Caterpillar, über die man in dieser *.pdf-Datei mehr lesen kann. Das ist eine Art Verlängerungsschnur, die zum richtigen Abschalten elektronischer Geräte und zum Verzicht auf den Stand-By-Mode animieren soll. Sie tut das, indem sie im Normalbetrieb ruhig liegt, sich beim Schalten des Fernsehers (oder eines anderen angeschlossenen Gerätes) auf Stand-By jedoch unter Schmerzen windet und erst damit aufhört, wenn man den Fernseher richtig ausschaltet. Oder wie an macht…

Ja, das wars. Da die ganze Tagung leider ein bisschen länger dauerte als geplant, blieb mir am Ende keine Zeit mehr, noch mit Sebastian Deterding über meine MA-Arbeit zu reden, weil ich zum Zug musste. Aber auch so war es sehr schön. Meine Rückfahrt war allerdings nicht so toll. Die Bahn hat wieder mal große Probleme mit der Pünktlichkeit gehabt und statt 23:46 war ich schließlich 02:05 zuhause. Naja.

Update:
Mittlerweile gibt es die Präsentation von Sebastian Deterding auch online, und zwar hier.

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Gans & Foursquare

Anlässlich des heutigen, nennen wir es Feiertages, gab es in der Mensa ein sehr pompöses Feiertagsessen bestehend aus Martinsgans(stückchen), Rotkohl und Thüringer Klößen.


Es war sehr lecker und ebenfalls sehr sättigend. Ich hoffe aber, dass sich heute Abend die Anzahl der streunenden Laternenkinder in Grenzen hält, die hier wieder Süßigkeiten abgreifen wollen. Wahrscheinlich wären es ohnehin die gleichen gierigen Drecksblagen, denen ich schon zu Halloween die Tür nicht aufgemacht habe. Von daher müssten sie ja eigentlich schon wissen, dass es hier nichts zu holen gibt.

Nun wollte ich ja heute mindestens einem Leser, der sich gestern per Twitter beschwerte, erklären, was Foursquare eigentlich ist. Deshalb hier nun ein leicht abgewandeltes Stück dessen, was ich bisher für meine MA-Arbeit geschrieben habe, von dem ich aber noch nicht wisse, ob es in dieser Form auch in der fertigen Arbeit sein wird. Auf jeden Fall ist es ein großer Vorteil von Hypertexten, dass man sich diese blöden Fußnoten sparen und stattdessen echte Links einfügen kann. Alle sachlichen Texte sollten Hypertexte sein. Aber ich glaube, das hatte ich schon mal geschrieben.

Foursquare ist ein standortbasiertes soziales Netzwerk, das hauptsächlich in Form spezieller Smartphone-Programme Verwendung findet. Diese greifen auf die GPS-Fähigkeitmoderner Mobiltelefone zurück, um ihre Nutzer an bestimmten Orten eincheckenzu lassen. Das heißt, die Nutzer teilen dem System mit, wo sie sich gerade befinden, um beispielsweise Freunden innerhalb des Foursquare-Netzwerkes die Möglichkeit zu geben, sich an eben diesem Ort mit ihnen zu treffen. Wobei diese Grundidee während meiner forschungsmotivierten Nutzung des Dienstes quasi ad absurdum geführt wird, weil ich nicht einen einzigen Freund bei Foursquare habe…
Gegründet wurde das Unternehmen im Jahre 2009 von Dennis Crowley und Naveen Selvadurai und hatte zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Zeilen nach eigenen Angaben weltweit über zehn Millionen Nutzer, die täglich über eine Milliarde Check-Ins durchführen. Durch diese relativ hohe Anzahl an aktiven Nutzern ist Foursquare auch für Unternehmen als Präsentationsplattform interessant, um ihre Marken oder einzelne Niederlassungen innerhalb des Foursquare-Netzwerks zu promoten.
Was Foursquare jedoch in vielen Publikationen, die sich mit Gamification auseinandersetzen (und davon gibt es noch nicht all zu viele), zu einer Art Musterbeispiel macht, ist die Anwendung von Elementen des Spieldesigns. Was genau das bedeutet, schreibe ich später mal. An dieser Stelle genügt es zu sagen, dass um die zahlreichen Daten, die Foursquare über Zeitpunkte und Orte der Check-Ins seiner Nutzer sammelt, ein Punkt- und Belohnungssystem entwickelt wurde, das die Nutzer zur Weiterverwendung animieren soll.
Man kann sich eine typische Verwendung von Foursquare in etwa so vorstellen: Der Nutzer geht morgens aus dem Haus zu seinem Arbeitsplatz. Dort angelangt, ruft er auf seinem Mobiltelefon die Foursquare-Applikation auf. Diese schlägt ihm, ausgehend von seinem per GPS automatisch ermittelten Standort, verschiedene, bereits im Netzwerk eingetragene Örtlichkeiten vor. Ist sein aktueller Standort, beispielsweise die Universitäts-Bibliothek, bereits in dieser Liste, kann er diese nun auswählen und dort einchecken. Dafür erhält er Punkte. Für jeden weiteren Check-In an einem anderen Standort erhält er weitere Punkte, die ihm auch in einer Highscore-Liste zusammen mit den aktuellen Punkteständen seiner Freunde angezeigt werden. In der Mittagspause geht der Nutzer in einem Fast-Food-Restaurant einen Kaffee trinken und checkt sich auch hier im Foursquare-Netzwerk ein, damit seine ebenfalls bei Foursquare angemeldeten Arbeitskollegen wissen, wo sie sich mit ihm treffen könnten. Mit diesem Check-In hat er gleichzeitig die meisten Check-Ins aller Nutzer in diesem Fast-Food-Restaurant gesammelt und bekommt deshalb den virtuellen Titel des Mayor, also Bürgermeisters, verliehen. Und zwar so lange, bis ein anderer Nutzer wieder mehr Check-Ins gesammelt hat. Weil die Fast-Food-Kette eines der bei Foursquare engagierten Unternehmen ist, bekommt er als neuer Mayor sogar einen Hamburger gratis.
Nach Feierabend möchte der Nutzer noch ein Buch kaufen, geht zu seiner örtlichen Buchhandlung und checkt sich auch hier ins Foursquare-Netzwerk ein. Weil das bereits sein dritter Check-In in dieser Buchhandlung war, bekommt er dafür einen virtuellen Anstecker – Badge genannt – namens „Bookworm“, der nun immer in seinem Foursquare-Profil angezeigt wird. Es gibt zahlreiche dieser Badges, manche auch nur temporär, die einen gewissen Sammelanreiz bieten sollen. Man sieht rechts auf der verlinkten Seite, dass ich seit heute fünf dieser virtuellen Sammelanstecker habe. 
Und aufgrund der genannten, aus Spielen entliehenen Elemente wie Punkte und Highscorelisten und den ganzen Kram, kann Foursquare also als spielifizierte, sprich gamified, Applikation bezeichnet werden.

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Foursquare & Filme

Der Nebel lichtet sich langsam wieder, und nachdem gestern per Twitter Unverständnis darüber geäußert wurde, wieso ich mich von solch läppischem Nebel von einem Mensa-Besuch abhalten lasse, möchte ich hier nochmals kurz auf die beiden Nebel-Reportagen „The Mist“ und „The Fog“ verweisen. In der ersten Dokumentation aus einem amerikanischen Gemischtwarenladen verstecken sich im dichten, weißen Nebel extraterrestrische Tentakelmonster, deren Nahrungsgrundlage offenbar größtenteils aus Menschenfleisch besteht. Was im übrigen ein interessantes Phänomen ist: Da kommen Lebewesen von anderen Planeten und somit völlig unvergleichbaren Lebensräumen zur Erde und fressen wie selbstverständlich die genuine Bevölkerung. Wenn ich auf einem fremden Planeten landen würde – und selbst wenn ich wie durch ein Wunder die dortige Atmosphäre problemlos atmen könnte – würde ich da sicherlich nichts in den Mund nehmen. Doch ich schweife ab. Das Ende von „The Mist“ ist jedenfalls eines der besten, die ich je bei einer Nebel-Reportage gesehen habe.
Die zweite Dokumentation, deren warnende Demonstration möglicher Ereignisse mich vor zuviel unnötigem Ausgang bewahrte („The Fog“), handelt von einer Population untoter Leprakranker, die sich durch physische Maßregelung bei den Verursachern ihrer momentanen Lage erkenntlich zeigt. Und mein historisches Wissen um Erfurt reicht nicht soweit zurück, dass ich mit Sicherheit ausschließen könnte, dass die Stadt nicht auf Kosten einer leprakranken Schiffsbesatzung gegründet worden ist.
Lange Rede, gar kein Sinn: Ich war heute wieder in der Mensa, denn der Nebel ist größtenteils weg. Es gab leider nichts wirklich leckeres, so dass ich auf die Nudel- und Salattheke ausweichen musste.

Kurze Makkaroni mit Tomatensoße und Käse, dazu ein Salat aus Rapunzel (aka Feldsalat), Mais und naja, Salat eben. War lecker. Leider ist das Nudelessen immer vergleichsweise teuer, weil es nach Gewicht berechnet wird. Für die zwei Dinge habe ich 3,25 Euro bezahlt.

Ich bin ja aus Forschungsgründen wieder bei Foursquare angemeldet und nutze es – bis auf den Netzwerk-Part, weil ich keine Freunde habe – auch beinahe vollumfänglich, zumindest wenn ich daran denke. Und heute gelang mir das Kunststück, sowohl in der Universitätsbibliothek als auch in der Mensa der „Mayor“ zu werden. Und dafür habe ich nicht mal einen Badge bekommen.

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Esserei

Auch heute war das Essen in der Mensa vergleichsweise lecker. Es gab das folgende:

Eine Thüringer Bratwurst an Letschogemüse mit Kartoffelpüree und einer Beilage. Letztere bestand bei mir aus einem sehr sahnigen Milchspeise-Matsch (ich möchte es weder Quark noch Joghurt nennen, da es beiden geschmacklich nicht nahe kam) mit Dosen-Pfirsichen. Die waren echt ekelhaft. Als Senf gab es übrigens keinen Born Senf, sondern, dem Geschmack nach zu urteilen, Bautz’ner Senf. Was für ein Sakrileg in einer Erfurter Mensa.

Sebastian Deterding, der in diesem Blog bereits ehrfürchtig erwähnt wurde, machte heute bei Twitter auf eine interessante iOS-App aufmerksam, die leichte Ähnlichkeiten mit einer meiner Blog-Ideen und -Inhalte hat: das Fotografieren seiner Mahlzeiten. Bei „The Eatery“ geschieht dies zum Zwecke der gesunden Ernährung. Die Grundidee ist, dass man alles, was man zu sich nimmt fotografiert und der Öffentlichkeit (oder seinen dortigen Freunden) zur Bewertung frei gibt. Dadurch soll sich das Bewusstsein für die eigene Ernährung schärfen. Die Idee dahinter ist offenbar, dass man eher darauf achtet, was man isst, wenn man sich dann vor anderen dafür rechtfertigen muss. Das leuchtet ein.
Man könnte es auch als interessanten Anwendungsfall einer Gamification, also Spielifizierung, des eigenen Ernährungsverhaltens verstehen. Und das ohne die von Gabe Zichermann propagierten „Points, Badges & Leaderboards“, sondern mit der freiwillig gesetzten Aufgabe, immer ein möglichst positiv beurteilbares Mahl zu sich zu nehmen.

Ich möchte auch noch kurz die Gelegenheit hier nutzen, und den Schaufelradbagger-Fahrer, der mein Kind und mich heute morgen beinahe überfahren hätte, weil er über seine schon längst rote Ampel fuhr, öffentlich beschimpfen: Du stockblindes, blödes Arschloch!

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Tagungsanmeldung

In der Mensa aß ich heute ein Parmesan-Hähnchen mit Fingermöhrchen und Reis. Wobei mir nicht ganz klar ist, wo genau in diesem panierten Stückchen Hähnchenbrust der Parmesan steckt. Ich denke mir, wenn der außen dran gekrümelt wäre, wäre er doch sicher beim Braten geschmolzen, oder? Naja, schmeckte jedenfalls sehr lecker.

In der Bibliothek las ich heute wieder ein paar Texte über die „[gay-muh-fi-kay-shuhn]“, nämlich diesen und diesen, wobei der erste sich eher in Richtung Zichermann orientiert und der andere sehr gut ist.
Außerdem habe ich mich heute für die Konferenz „Games, Life and Utopia“ am 11. November in Potsdam angemeldet. Interessanterweise eine Tagung, die zwar nur einen Nachmittag lang, dafür aber kostenlos ist. Wer also auch noch kommen möchte: Als ich mich anmeldete, waren noch 46 Karten vorhanden. Den Zug habe ich auch schon gebucht. Ich bin sehr gespannt.

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