Archiv der Kategorie: eBooks

#Follower

Ich bin, wie vielleicht bekannt, bei Twitter angemeldet und nutze es auch relativ regelmäßig. Mein Account ist dabei öffentlich zugänglich, es braucht also keine Erlaubnis von mir, wenn man meiner sehr gehaltvollen Kurzprosa folgen möchte. Dies scheint einigen bizarren Netz-Bewohnern tatsächlich ein tiefes Bedürfnis zu sein. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Posts habe ich unglaubliche 55 Follower – warum auch immer – und einen davon habe ich mir heute mal etwas näher angeguckt. Es handelt sich dabei um @HorstMehler.

Ich schaue mir gelegentlich die Profile der mir unbekannten Menschen an, die mir folgen. Bei Horst Mehler steht dann das Folgende, was mich auch erst dazu gebracht hat, mich intensiver mit ihm zu beschäftigen:
„Ich habe über 100 Bücher geschrieben, viele davon Bestseller. Nun breche ich mein Schweigen und gebe mein Wissen weiter, wie Sie ein erfolgreicher Autor werden.“
Zusätzlich findet sich dort ein Verweis auf seine Webseite http://www.autorwerden.com, zu deren Besuch ich aus Gründen der Belustigung durchaus raten kann. 

Dort findet sich ein Werbe-Video für Herrn Mehlers 101ten Bestseller mit dem vielversprechenden Titel „Wie schreibe ich einen Bestseller“. Dort erklärt der Autor, wie er nach jahrelanger Forschung das große Geheimnis der Spannungserzeugung gelüftet hat und dieses Wissen nun völlig selbstlos für 16,80 Euro mit der Welt teilen möchte. Dies geschieht dann über den vollkommen üblichen und absolut seriösen Weg des „Geben Sie Ihre private e-Mail-Adresse in das Formular mit dem riesigen roten Pfeil ein und drücken sie dann den gelben Button, um weitere Instruktionen zu erhalten“. 
Ach ja! Das große Geheimnis der Spannungserzeugung ist übrigens dann später in diesem Post zu erfahren. 
Denn natürlich wollte ich nach dem Genuss dieses professionellen Internetauftritts unbedingt wissen, welche internationalen Bestseller Herr Mehler unter seinem Autoren-Namen Ha. A. Mehler hervorgebracht hat. Amazon weiß da Bescheid, und es sind tatsächlich weltweit bekannte Kassenschlager wie Wie mache ich mich als Heilpraktiker selbständig. Ihr Weg zum Erfolg oder das neuste Werk Leidenschaft. Allesamt in renommierten Verlagen erschienen. Einer davon ist der Moewe-Verlag Hünstetten. Und siehe da! Herr Mehler war oder ist scheinbar Geschäftsführer dieses Verlags. Und er ist offenbar Scientologe. Wie sympathisch!

(Für die, die nicht den ganzen Focus-Artikel durchlesen wollen, hier die entscheidende Stelle)

„PROMIS VEREINNAHMT
Eine perfide Rolle spielt nach Einschätzung von Sektengegnern der von dem hohen Scientologen Horst Mehler geführte Moewe-Verlag, Hünstetten: Er soll Scientologen Reputation verschaffen.
Mehler vermengt in seinen Büchern prominente mit unbekannten Zeitgenossen. Prominente Nichtscientologen wie Filmproduzent Bernd Eichinger und Bergsteiger Reinhold Messner müssen herhalten, um No-names bekanntzumachen: Baustein für „Clear Deutschland“ oder ganz einfach Busineß?“

Und er findet sich auch, als Schriftsteller, auf einer Scientology-Seite. An dieser Stelle möchte ich noch jedem empfehlen, sich mal durchzulesen, was man als Scientologe so alles glaubt. Das klingt m.E. so unglaublich bescheuert, dass man gar nicht glauben kann, dass jemand das glauben kann. Aber es ist enorm unterhaltsam.
Hmtja. Solche Menschen folgen mir also bei Twitter. Ich denke, ich werde ihn dann mal blocken…Tschüss, Horst! Oder wie du heißt…

Ach ja! Das Geheimnis der Spannungserzeugung basiert grob gesagt darauf, dass…ach nee, das ist mir jetzt echt zu doof.


SCIENTOLOGY: DER zahnlose Vampir – weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/finanzen/news/scientology-der-zahnlose-vampir_aid_154950.html

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Judgement Day

Skynet übernimmt die Kontrolle über unsere vernetzte Technik. Und es will, dass wir MDR Sputnik hören. Dieser Eindruck drängt sich zumindest seit gestern auf, wenn man das digitale Radio in der hiesigen Küche einschaltet. Dann hört man nämlich entweder gar nichts, oder eben MDR Sputnik. Unabhängig davon, welchen Sender man ursprünglich eingestellt hat.
Deshalb haben wir, solange der Herd noch gehorcht und bevor die Maschinen nun endgültig ihre Gewaltherrschaft über die Erde etablieren, noch einmal ein leckeres Essen selbstgekocht. Es gab Nudeln mit einer Lauch-Schinken-Beilage-Melange. Sehr lecker! Das Rezept dafür gibt es irgendwo im Internet, konkreter kann vielleicht der eigentliche Koch werden…

Für meine MA-Arbeit lese ich gerade das Buch „Gamification by Design“ von Gabriel Zichermann und Christopher Cunningham. Es ist ein schreckliches Buch, aber darauf werde ich in einem späteren Blogpost mal eingehen. Heute möchte ich ein bisschen zu einem anderen Thema jammern: digitale Bücher. Ich lese das Buch in seiner digitalen Form auf meinem Laptop. Und normalerweise bin ich ein großer Freund der Möglichkeiten, die eBooks bieten können. Aber 210 Seiten auf einem Notebook-Display zu lesen, ist ziemlich anstrengend. Blöderweise hat mich der eBook-Reader, der mir mal zu Testzwecken zur Verfügung stand (es war glaube der PRS-505 von Sony), auch nicht überzeugt. Deshalb hier ein paar kleine Anregungen, die mir bei der Digitalisierung von Büchern noch fehlen, bevor ich es richtig toll finde:

Es sollte ein einheitliches Format für eBooks geben, damit sie unabhängig von Dateiformat, sei es *.pdf, *.epub oder sonstewas, auf jedem Display gleich aussehen. Ich hatte zum Beispiel das Problem, dass die *.pdf-Texte aus meinem Studium auf dem Display meines Readers oft völlig zerpflückt und zerstückelt aussahen und sehr schlecht lesbar waren.

Man sollte auf den E Ink-Displays ähnlich wie etwa auf dem iPad Anmerkungen und Hervorhebungen im Text machen können und im Idealfall auch Verknüpfungen zu anderen Textstellen hinzufügen können (wozu sind die Bücher schließlich digital?) Das ist bei Belletristik vielleicht nicht so wichtig, bei Sach- und Fachbüchern jedoch unerlässlich.

Digitale Bücher sollten wesentlich preisgünstiger sein als ihre gedruckten Pendants und als sie es derzeit sind. Zum einen, weil hier offensichtlich die Druck-, Bindungs- und weitestgehend auch die Lagerkosten wegfallen. Zum anderen, weil teilweise auch der Umweg über Verleger und ähnliche Mitverdiener wegfallen kann. Auch hier können Fachbücher eine Ausnahme sein, weil bei diesen ein Lektor vermutlich wichtiger ist.

Als kleiner Zusatz fände ich es super, wenn man beispielsweise durch die Eingabe einer ISB-Nummer eines Buches, das man bereits in gedruckter Form besitzt, die digitale Version davon kostenlos erhält. Das wäre dann ähnlich wie das Digitalisieren bereits erworbener CDs in iTunes (oder Zune/Banshee/whatever). Ein Feature, das meiner Meinung nach ein großer Nachteil von eBook-Readern im Vergleich zu MP3-Playern ist.

So, liebe Was-Auch-Immer-Industrie. Setz das mal bitte um. Danke.

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Eingeordnet unter Digitalisierung, eBooks, Gamification, MA-Arbeit, Mensa, Quatsch

"A man can dream though. A man can dream…"

Nachdem ich gestern schon die Mensadienstleistung für die Familie übernommen hatte, fiel mir diese Aufgabe auch heute wieder zu. Es gab auf Wunsch des Kindes Kartoffelbrei, Mischgemüse und Fischstäbchen. Und das gibt es eigentlich immer, wenn man dem Kind die Gestaltung des Essensplans überlässt. Mal abgesehen von den Tagen, an denen es Nudeln mit Tomatensoße gibt.

Ich habe heute eine Erinnerungs-Mail vom Bücherwecker bekommen. Das ist ein ziemlich praktischer Dienst, der intensive Universitätsbibliotheksnutzer wie mich vor möglichen Strafzahlungen bewahren kann, die bei zu langer Ausleihe anfallen. Man meldet sich einfach mit seiner Nutzernummer an und bekommt dann regelmäßig Infomails zum Zustand seines Ausleihkontos. Die Bibliothek versendet ihre „Bitte geben Sie uns doch die Bücher wieder und – ach ja – Sie haben Mahngebühren offen“-Mails nämlich immer erst, wenn man schon Mahngebühren bezahlen muss.
Jedenfalls las ich in dieser Mail, dass eins meiner ausgeliehenen Bücher bereits wieder von einem anderen Menschen vorgemerkt wurde, ich es also nicht verlängern kann. Und da fragte ich mich, wieso es in Zeiten der Digitalisierung denn nicht möglich ist, einfach digitale Kopien von diesen Büchern an die Studenten auszugeben. Die könnten dann beliebig viele Studenten gleichzeitig ausleihen*, die Lagerkosten halten sich in Grenzen und man könnte das sicherlich mit irgend einer Form von digitalem Wasserzeichen und einem Lizenz-Modell, wie es das ja teilweise schon bei Zeitschriften gibt, auch den an ihren antiquierten Urheberrechtsregelungen hängenden Verlagen und Verwertungsgesellschaften schmackhaft machen.
In einer idealen Welt würde die Universität noch jedem Studenten einen eBook-Reader zur Verfügung stellen, was sie sich natürlich locker leisten könnte, weil die Staaten keine Milliardengelder für die Rettung von Banken verbrennen müssten, die das Prinzip des Kapitalismus nicht richtig verstanden haben.
Ach ja! Der Titel dieses Posts ist ein Zitat aus dieser Folge Futurama. Ich erkläre hiermit übrigens alle Futurama-Folgen zum Weltkulturerbe. Jeder sollte sie gesehen haben. Sehr oft.

*Es ist natürlich klar, dass die digitalen Bücher nicht im herkömmlichen Sinn ausgeliehen und wieder zurückgegeben werden (müssen). Aber wenn man mal ehrlich ist, sind die meisten Bücher in einer Universitätsbibliothek nicht gerade kommerzielle Riesenerfolge, die durch ein solches System mit einem massiven Verkaufszahleneinbruch rechnen müssten. Der Großteil würde vermutlich von den meisten Studenten ohnehin nach dem Schreiben der entsprechenden Hausarbeit freiwillig wieder gelöscht werden (ja, ich meine dich, seltsames Quatschbuch) – um auf der Festplatte mehr Platz für illegal erworbene Musik zu haben.

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