Archiv der Kategorie: Digitalisierung

Lehrveranstaltungsevaluation

Ich arbeite ja bekanntlich – oder auch nicht – als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hamburger Uni. Im Zuge dessen fiel auch die Lehrveranstaltungsevaluation unseres Fachbereichs in mein Aufgabengebiet. Hauptsächlich übrigens deshalb, weil die eigentlich dafür eingesetzte studentische Hilfskraftstelle gestrichen wurde.

Nun kann man sich die Evaluation wie eine ganz normale Befragung vorstellen: in den jeweiligen Lehrveranstaltungen werden die zuvor von der Evaluationsstelle entwickelten Fragebögen zur Qualität der Veranstaltung und Kompetenz des Dozenten and what not ausgeteilt, von den Studenten (und Studentinnen) ausgefüllt und anschließend wieder eingesammelt und schließlich ausgewertet.

Im Detail sieht das so aus, dass unser Fachbereich der Evaluationsstelle alle relevanten Lehrveranstaltungen meldet, sie dort entsprechende Deckblätter für die einzelnen Befragungen erstellen und uns den Fragebogen und die Deckblätter als *.pdf-Dateien zurückschicken. Die müssen wir dann ausdrucken. Ausdrucken! Auf Papier! Für jede Veranstaltung ein Deckblatt und die der gemeldeten Studenten entsprechende Anzahl an Fragebögen. Das machte in unserem Fall 2400 Seiten Fragebogen. Ich habe keine Ahnung, was das den Fachbereich gekostet hat. Aber ich bin sicher, es war Geld.

Dann habe ich Fragebögen und Deckblätter entsprechend der Lehrveranstaltungen aufgeteilt, in Umschläge verpackt und an die Dozenten verteilt und auf die Rückläufer gewartet. Das war so Anfang Januar. Gestern dann kam der lustige Teil der Arbeit. Mit allen bei mir wieder angekommenen ausgefüllten Evaluationsbögen – deren Anzahl selbstverständlich bedeutend geringer ist als die der ursprünglich verteilten Bögen – gehe ich zu einem Einzugsscanner (für dessen Nutzung man etwa eine Woche zuvor einen Termin machen muss) und scanne die ausgefüllten Bögen wieder ein. Ich digitalisiere sie wieder. Die vorher auf Papier ausgedruckten Bögen. Digitalisiere ich wieder. Das geht natürlich nicht ganz so reibungslos, denn die Kreuzchen-Erkennungssoftware ist etwas unsicher. Sie erkennt ein angekreuztes Kästchen am korrekten Füllungsgrad. Leere Kästchen und zu volle Kästchen (wenn der Ausfüller beispielsweise ein zuvor gesetztes Kreuz durchstreicht) werden ignoriert. Das heißt aber auch, dass mit Bleistift oder etwa von schwächlichen Veganern ausgefüllte Fragebögen nicht genug Kästchenfüllungskoeffizient (das habe ich mir eben ausgedacht) generieren, um vom Programm erkannt zu werden. Ähnlich ist es bei zu dicken Stiften – Kreuzchen mit Edding werden nicht gezählt. Und bei allen Sachen, bei denen der Rechner unsicher ist, fragt er mich. Gestern fragte er mich – grob geschätzt – 3700 mal. Nun fühle ich mich natürlich gerne klüger als ein Computer, aber das war dann doch ein wenig anstrengend.

Mein Freund, der Scanner.

Mein Freund, der Scanner.

Die Auswertung an sich erfolgt dann automatisch und von mir unbeeinflusst. Ich muss nur noch mit einem Klick auf einen Button jedem Dozenten für jedes Seminar seine Evaluationsauswertung zuschicken lassen. In Form einer Mail, also auch digital.

Und so saß ich nun gestern vor dem Scanner und fragte mich, ob das alles wirklich so gemacht werden muss. Wenn Dinge von digital zu analog und dann wieder zu digital gewandelt werden müssen, stimmt doch irgendwas nicht. Wäre es nicht leichter, die Evaluation in Form einer Online-Umfrage durchzuführen? Die ganzen Daten zu den Veranstaltungen sind ohnehin schon online – mit Teilnehmern und Dozenten und allem. Im Studien-Infonetz der Uni. Es kann doch eigentlich nicht so schwer sein, dort für jede Veranstaltung die Evaluation mit einzubinden. Die schaltet man dann kurz vor Semesterende frei und teilnehmen dürfen nur die in der Lehrveranstaltung eingeschriebenen Studenten. Die Auswertung geht dann ganz automatisch an die Dozenten.

Wäre das nicht viel einfacher? Und es würde Geld und Papier sparen. Und Müll! Ich habe hier jetzt zig ausgefüllte, nutzlose Bögen in Umschlägen im Büro rumliegen. Ich vermute, die Rücklaufquote wäre auch höher. Mal davon abgesehen, dass nicht alle Dozenten ihre ausgefüllten Bögen überhaupt abgegeben haben ist auch bei keinem die ausgeteilte Anzahl an Bögen wieder ausgefüllt zurück gekommen. Ich vermute, auch das sähe bei einer Online-Umfrage anders aus.

Nun ja. Ich habe leider keine Ahnung, wem ich meinen super innovativen (*hüstel*) Vorschlag zur Ablehnung vortragen könnte. Aber für eine bessere Idee als den Status Quo halte ich es allemal.

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Podcasten für Dummies

Als Chris – und auf sein gutes Zureden hin auch ich – vor einiger Zeit beschlossen, uns nach Jahren passiven Podcast-Konsums nun auch selbst unter die aktiven Podcast-Autoren zu wagen, hatten wir beide keinerlei Ahnung, wie das eigentlich funktionieren sollte. An diesem Zustand hat sich bis heute nur wenig geändert. Trotzdem haben wir es immerhin geschafft, eine rumpelige Pilotfolge aufzunehmen, zu publizieren und seit neuestem auch einen entsprechenden RSS-Feed einzurichten. Und da ich dafür über das ganze Internet versteute Informationen und How-Tos zusammensuchen musste, möchte ich den ganzen Ablauf hier noch mal zentral zusammenfassen. Vielleicht hilft es ja irgendwem. In jedem Fall hilft es mir, Ordnung in meinen Kopf zu schaffen. Ich habe übrigens keine Ahnung, ob ich das so gemacht habe, wie man das normalerweise macht oder ob ich völligen Schwachsinn fabrizierte – der allerdings trotzdem irgendwie funktioniert. Ich übernehme also keine Garantien für irgendwas.

1. Idee

Im Anfang war das Wort die Idee. Ich nehme an es ist ratsam, zumindest eine grobe Vorstellung von dem zu haben, was man eigentlich machen möchte. Bei uns war es ein Podcast über Filme, der nicht vor möglichen Spoilern halt macht. Das tolle an Podcasts ist aber, dass man abhängig von den eigenen Ansprüchen eigentlich machen kann, was man möchte. Zielgruppen, Reichweite, Einschaltquote und ähnlicher Kram spielen im Grunde keine Rolle, da das in unserem Fall ein reines Privatvergnügen ist, wir damit nichts verdienen (im Gegenteil) oder sonst irgend welchen fremden Ansprüchen genügen müssen. Will man aber eine möglichst große Anzahl an Zuhörern erringen – ein Punkt, der mir persönlich derzeit vollkommen egal ist – sollte sich das Ganze vielleicht nicht all zu experimentell für Kopf und Ohren anfühlen.

2. Webspace

Wir hatten also unsere Idee. Als nächstes habe ich mich um eine Internet-Domain bemüht, weil alle mir bekannten Podcasts auch welche haben. Doch wo kriegt man die her? Um sich eine Domain zu sichern, sagt man im Normalfall einem Webhosting-Unternehmen, welche man gerne hätte und die kümmern sich dann um alles weitere. Um einen guten Webhoster zu finden, habe ich mit Hilfe von Denic geguckt, welcher denn so von anderen Podcastern benutzt wird. Der Gewinner war Host Europe. Die haben scheinbar ganz günstige Preise und vor allen Dingen einen sehr guten Support. Ich habe mich dort durch unendlich viele FAQs gekämpft, die alle sehr hilfreich waren. Ich kann sie also durchaus empfehlen. Die viel wichtiger Frage war aber, welche Domain ich überhaupt einrichten sollte. Wie sollte also unser Podcast-Imperium heißen? Wir entschieden uns für Flachbereich.de, was sich einerseits aus den ersten beiden Buchstaben unserer Vornamen – Flo und Chris – mit einem dazwischenstehenden „a“ für „and“ zusammensetzt und andererseits ähnlich wie Fachbereich klingt. Das betont unsere akademische Superprofessionalität und lässt auch Spielraum für verschiedene Podcast-Themen, sollten wir denn welche finden. Also beispielsweise sind wir momentam im Flachbereich Film, aber vielleicht reden wir ja irgendwann auch über Spiele oder Serien oder Bücher oder Frauen oder Chemie. Wir haben uns übrigens für „FLo And CHris“ entschieden, weil die gleiche Zusammensetzung mit dem deutschen „und“ irgendwie weit weniger positive Assoziationen zugelassen hätte…

Ich habe zuerst nur die nackte Domain gesichert, weil das preislich am günstigsten war. Im Prinzip war es aber Quatsch, da ich ohnehin vorhatte, früher oder später dort ein eigenes WordPress zum Zwecke der Podcast-Publikation aufzusetzen. Deshalb würde ich nun empfehlen, sich gleich ein entsprechendes Webhosting-Paket herauszusuchen und das zu buchen. Wichtig ist nur, dass es die Voraussetzungen erfüllt, die eine eigene WordPress-Installation verlangt. Für uns habe ich das mittlerweile natürlich auch gemacht und das WebPack4.0 L genommen. Damit lief und läuft bisher alles einwandfrei und man hat mit 10GB Webspace auch genug Speicher für einige Podcast-Folgen auf dem Server.

3. Aufnahme

Zur eigentlichen und optimalen Aufnahmetechnik kann ich nicht viel sagen, weil ich davon selbst keine Ahnung habe. Aber es gibt beispielsweise diese *.pdf-Datei von Podcast-Gott Tim Pritlove, in der relativ viel zu Mikrophonen, Mischpulten und was weiß ich allem steht. Wer lieber Podcasts hört als zu lesen, der kann sich auch den Lautsprecher, ebenfalls von Tim, abonnieren. Mir persönlich wurde das ganze allerdings schnell etwas zu professionell und setzte meines Erachtens zu viel Vorwissen voraus, als dass ich daraus wirklich viele nützliche Hinweise hätte ziehen können. Und zweifellos hat Tim Pritlove glücklicherweise auch wesentlich höhere Ansprüche an Podcast-Produktionen als ich. Wir haben dann auch – vor allem mangels Vorhandensein – weder ein externes Mischpult noch irgendwelche superfancy Mikrophone für unsere Pilotfolge verwendet. Stattdessen hatte jeder von uns ein ziemlich normales Headset auf dem Kopf, wir haben uns per Skype angerufen und dieses Gespräch mit Hilfe einer Software namens MP3 Skype Recorder aufgezeichnet. Das Ergebnis ist keine akustische Offenbarung, aber es genügt meinen Ansprüchen an eine kostengünstige Amateurproduktion und passt sich so auch formell-akustisch gut an unsere inhaltlichen Unzulänglichkeiten an.

4. Bearbeitung

Was die von uns verwendete Aufnahme-Software ausspuckt ist je nach Einstellungen eine Stereo- oder Mono-MP3-Datei in einer bestimmten Bitrate. Die könnte man nun entweder direkt veröffentlichen oder noch ein wenig nachbearbeiten und beispielsweise ein paar unliebsame Stellen herausschneiden, eine Titelmusik hinzufügen oder anderen Schnickschnack reinbauen. Und wenn man seine Audiodatei auf irgend eine andere Art erstellt hat, gilt das gleiche. Ich habe zur Nachproduktion das Open Source-Programm Audacity verwendet – denn es ist kostenlos. Und weil ich nicht ganz sicher war, ob das Ergebnis schon gut genug ist, habe ich es noch mal beim automatischen Audioverbesserungsdienst Auphonic hochgeladen und dort durch die Mangel nehmen lassen. Das ging erstaunlich schnell und war sicher keine schlechte Entscheidung. Und weil ich es so toll finde, dass es so einen Dienst für Umme gibt, habe ich ihn gleich noch geflattrt.

5. Publikation

Bis hier hin war alles ziemlich einfach. Nun kam die Publikation und damit die Installation von WordPress auf unserem eigenen Webspace. Ich bin dabei hauptsächlich dieser 5-Minuten-Anleitung gefolgt, die allerdings zeitlich etwas optimistisch geschätzt ist. Vor allem das Heraussuchen und Eintragen der MySQL-Datenbanken war mit dem Lesen einiger FAQs bei Host Europe verbunden, ging dann aber auch ganz einfach. Wer das auch machen muss, kann hier gucken. Ansonsten hat es sich als brauchbar erwiesen, bei einer Suchmaschine die passenden Suchbegriffe einzugeben.

Wenn WordPress dann mal läuft, kann man es nach Belieben anpassen, also eigene Themes installieren, Widgets aktivieren und so weiter. Um bequem Podcasts zu veröffentlichen und auch den entsprechenden Feed zu bekommen, habe ich dann ein Plugin namens Blubrry installiert. Die bietet gleichzeitig noch einen Webplayer um die Episoden gleich online abspielen zu können und allerlei anderen Schnickschnack. Die nötigen Einstellungen sind auch bequem über das WordPress-Dashboard durchführbar. Dann muss man zum Veröffentlichen eigentlich nur noch seine Audio-Datei mit einem FTP-Client auf den Server laden, in einem Post auf diese verlinken und möglicherweise noch ein, zwei Worte dazu schreiben (die Shownotes beispielsweise). Den Rest erledigt Blubrry. Wenn man Optimist ist, kann man sich in sein Blog auch gleich noch per Plugin Flattr integrieren. Ich habe das auch mal gemacht.

6. Feed

Um den Feed kümmert sich auch Blubrry, das klappt bisher alles ganz gut. Die entsprechenden Einstellungsmöglichkeiten sind vorhanden und wenn man dann noch den Hilfeseiten von Apple, beispielsweise hier und hier, folgt, sollte das eigentlich ganz gut klappen mit dem Einfügen in iTunes. Das dauert allerdings auch eine ganze Weile, weil irgendwelche ominösen Mitarbeiter den Podcast erst noch „prüfen“. Würde mich ja schon sehr interssieren, wie so eine Prüfung aussieht.

Das wärs dann also erstmal, denke ich. Das ist zumindest gerade unser Stand der Dinge. Wenn ich daran etwas ändert und ich daran denke, könnte ich diesen Post hier vielleicht noch ein bisschen erweitern.

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Interview

Heute ist mir etwas schreckliches passiert. Ich habe vergessen, mein Essen zu fotografieren. Wir waren familiär im Double B (wo sonst?) und ich aß leckere Grillwürstchen mit Letscho und Pommes, aber ich habe es NICHT FOTOGRAFIERT! So ärgerlich.
Als fast gleichwertigen Ersatz präsentiere ich aber dafür etwas ebenfalls schreckliches: meinen platten Fahrradreifen, der mir plötzlich, unerwartet und dementsprechend mitten in einem Kreisverkehr den Dienst quittierte.

Das ist jetzt schon das zweite Mal in diesem Jahr, das mein Rad einen Platten hat. Mit was genau pflastern die hier in Erfurt die Straßen? Glasscherben? Alte Nägel?

Ich hatte heute mein erstes Interview im Rahmen meiner MA-Arbeit. Und auch sonst mein erstes Interview. Es war sehr nett und auch interesant. Es kam mir aber irgendwie ein bisschen kurz vor. Vielleicht muss ich mir noch ein paar mehr Fragen ausdenken.

Die Machinima, die am Wochenende entstanden sind, kann man nun auch online bei Youtube bestaunen. Meins ist dieses prachtvolle Meisterwerk:

Den Rest kann man im YouTube-Kanal das ICS Spawnpoint bewundern. Viel Spaß!

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Techniksterben

Meine Rechner verlassen mich.
Bisher hatte ich auf dem Schreibtisch einen Desktop-Rechner, den ich von meinem Vater geerbt hatte, nachdem dieser in die Fänge des Steve Jobs geraten war und nur noch Dinge mit einem angebissenen Apfel drauf ins Haus ließ. Und ich hatte einen Laptop, den ich ebenfalls von meinem alten Herrn vererbt bekam, der sich völlig unverständlicherweise bisher aber noch kein MacBook als Ersatz gekauft hat.
Nun hat jedenfalls Mitte der Woche mein Desktop mit einem hübschen Bluescreen den Dienst quittiert. Nach ein wenig Rumprobiererei tippe ich hier auf ein Versagen der Grafikkarte, zu der ich jedoch leider keine Alternative besitze. Aber okay, der Rechner war ohnehin meist nur die Entertainment-Maschine, da gibt’s nun also keine Musik, keine Filme und keine Spiele mehr. Damit kann ich – zumindest eine kurze Zeit – leben. Besonders dumm an der Sache – außer der ganzen Sache an sich – war natürlich, dass ausgerechnet an diesem Wochenende die Beta-Phase für „Star Wars – The Old Republik“ stattfand, ich von GameStar einen Beta-Key bekommen hatte, mir extra den etwa 20GB großen Client heruntergeladen hatte und ich nun nicht eine Sekunde spielen konnte.
Nun hat gestern abend mein Laptop ebenfalls gemeint, mir mit einem unverständlichen Fehlermeldungs-Bluescreen eine gute Nacht wünschen zu müssen. In diesem Fall tippe ich auf irgend ein Problem mit der Festplatte. Nach sehr professionellem Rumgefummel meinerseits hat er es nun aus irgend einem Grund doch mal geschafft, komplett und ohne Fehlermeldung hochzufahren. Er läuft also gerade, und ich schreibe daran. Ich traue mich aber nicht, ihn wieder auszuschalten. Immerhin muss ich ja an irgend einem Gerät meine MA-Arbeit schreiben, meine Texte lesen und die Zeichnungen bearbeiten, die in Auftrag gegeben wurden. Und meine Minecraft-Präsentation für das Spiel-Film-Festival muss ich auch noch machen. Außerdem sind meine ganzen wichtigen Daten hier drauf. Zwar sind die teilweise nochmal extern und in der Wolke gesichert, aber blöd wäre ein Verlust trotzdem. Ich bin ja normalerweise ein großer Freund von Technik und Gadgets jeder Art, aber wenn sie nicht funktioniert, ist das irgendwie Mist…

Der Vollständigkeit halber: Wir waren gestern, wie schon fast traditionell vor Weihnachten, großfamiliär Klöße essen. Es gab auch Geburtstage zu feiern, einer davon sogar ganz frisch. Ich bin also seit gestern so eine Art Onkel eines noch namenlosen Mädchens.

Diese arme, alte Frau muss den ganzen Tag draußen vor der Gaststätte stehen und ein Tablett mit Thüringer Klößen festhalten. Sowas würde man selbst in Guantanamo als menschenunwürdige Behandlung bezeichnen. Und die Klöße sind auch noch kalt.

Das war dann schließlich mein Essen: Rindergulasch mit Rotkohl und zwei Klößen. Es war wirklich ausgesprochen lecker und auch extrem sättigend.

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Der Troll


Nachdem ich mich am letzten Wochenende dem Thema Spam gewidmet hatte, soll es heute wieder um ein Internet-Phänomen gehen: den Troll. Nun ist der Troll an sich ja eher bekannt aus der nordischen Mythologieoder John Ronald Reuel Tolkiens „Herr der Ringe“-Romanen. Es gibt ihn aber bekanntlich auch im Internet, wo er sich überwiegend in Foren, Kommentarbereichen oder sonstigen Gelegenheiten der gepflegten Diskussion herumtreibt. Mit seinem mythologischen Verwandten gemeinsam ist ihm dabei eine gewisse Unbeliebtheit aufgrund seines ungeselligen Wesens. Im Netz ist der Troll ein Störer und Provokateur, dessen einziges Ziel es ist, einer konstruktiven Diskussion im Wege zu stehen. Sascha Lobo hat zu diesem ganzen Thema auf der diesjährigen re:publica einen netten, einstündigen Vortrag gehalten.

Nun haben sich mein Herr Bruder und ich neulich gefragt, woher die Bezeichnung Troll für einen solchen Diskursdestruktor eigentlich kommt. Laut Wikipedia stammt sie vom englischen Wort Trolling, was eine bestimmte Technik des Fischens mit einer Schleppangel bezeichnet, bei der die Köder langsam durch das Wasser gezogen werden. Die Betonung liegt hier also auf dem Aspekt des Köderns anderer Diskussionsteilnehmer mit unpassenden Aussagen, die von der eigentlichen Sache ablenken und möglichst erboste und unsachliche Antworten provozieren soll.
Zum ersten Mal verwendet wurde der Begriff in diesem Sinne, wieder laut Wikipedia, im Jahr 1990 in der Newsgroup alt.folklore.urban, wie man in diesem Buch nachlesen kann. Dort wurde beispielsweise in einer Diskussion zu Star Trek die lustige Frage gestellt: „Are there any technical advisors working on this show? Do they really think that objects cast shadows in a vacuum? I know zip about physics, but even I could spot that one“ (S. 39). Prinzipiell machten sich die Mitglieder der Newsgroup ein Spiel aus dem „trolling for newbies“, indem sie schwachsinnige Aussagen posteten und dann zusahen, wie sich die Newbies – also die Neulinge – selbst durch beleidigende oder echauffierte Antworten als solche entlarvten.

Nun hatte mein Bruder jedoch eine ganz andere, selbstständig hergeleitete Etymologie des Internet-Trolls entwickelt. Er sah dessen Ursprung nämlich in einem meiner liebsten Computerspiele aller Zeiten, „The Secret of Monkey Island“. Dort hat nämlich ein Troll einen denkwürdigen Auftritt.


Der Troll bewacht eine Brücke und verlangt einen Wegzoll von Guybrush, also der Spielfigur, ohne den dieser nicht passieren darf. Man könnte hier noch auf die Parallelen zum Monty Python-Klassiker „Monty Python And The Holy Grail“ hinweisen, in dem ebenfalls eine Brücke bewacht wird und an anderer Stelle der Weg mit den Worten „None Shall Pass!!“ versperrt bleibt. Darum geht’s hier aber gar nicht. Es geht um den Troll, der auch hier den gesitteten Verlauf des Spiels durch eine sinnlose, weil von der Handlung unmotivierte Brückensperrung sabotiert. Die Lösung des Rätsels trägt ihr übriges zu dieser Interpretation bei. Der Troll verlangt nämlich von Guybrush als Brückenzoll „an item that is distracting but of no real purpose to anyone“.


Einen roten Hering. So bezeichnet man, besonders in seiner englischen Originalform des „red herring“ eine Art Ablenkungsmanöver. Beispielsweise in Krimis einen vermeintlich wichtigen Hinweis, der jedoch in Wahrheit keinerlei Bedeutung hat. Das Interessante daran: Auch im Netz hat sich die Gewohnheit entwickelt, auf den Post eines Trolls mit einem ASCII-Hering zu reagieren. Als Antwort auf seine Provokation erhält er dann statt der von ihm gewünschten Reaktionen nur das hier: <°)))o><

Es heißt zwar eigentlich „Don’t feed the Troll!“, also gebt ihm nicht die Befriedigung, die er möchte. Aber ein Stück Fisch scheint okay zu sein. Parallelen zu Monkey Island sind also durchaus vorhanden. Auch zeitlich sind diese nicht von der Hand zu weisen. Die Newsgroup begann angeblich im Jahre 1990 mit der Verwendung der Bezeichnung „Troll“, Monkey Island erschien im Oktober 1990. Und wenn schon das Wort selbst nicht von Monkey Island inspiriert wurde, so ist es die Reaktion auf einen Troll, ihn mit einem roten Hering zu füttern, ganz bestimmt.

Übrigens: Wenn der Troll im Spiel dann den Fisch frisst, nimmt er seine Maske ab (er ist nämlich gar kein echter Troll) und darunter sieht er aus wie George Lucas.

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Tag der Tagung

An diesem Wochenende, genauer gesagt heute und morgen, findet die Tagung „Zwischen Partizipationskultur und Selbstausbeutung“ statt, die vom Promotionskolleg ComDigMed der hiesigen Universität organisiert und veranstaltet wird. Und weil ich ihnen dabei ein bisschen beim Erstellen der Tagungs-Homepage geholfen habe, durfte ich auch hin, ohne etwas dafür bezahlen zu müssen.

Hier oben sieht man übrigens die beeindruckende Örtlichkeit, in der die Tagung stattfindet, das Coelicum der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt.

Da die Tagung zum einen noch läuft und ich zum anderen ohnehin nicht alles sehen kann, weil ich heute Nachmittag das Kind abholen und betreuen durfte und wir morgen zum Mittagessen außerhalb geladen sind, werde ich mich mit einer Dokumentation der einzelnen Vorträge zurückhalten. Sie waren jedoch alle sehr interessant, wenn mir auch für meine MA-Arbeit bisher noch keine Anknüpfungspunkte aufgefallen sind, die sich jetzt zwingend aufdrängen würden. Besonders beim Vortrag von Jakob von Weizsäcker, der sich weitestgehend mit der Eurokrise und möglichen Wegen aus dieser beschäftigte, fällt es mir schwer, einen Zusammenhang zu meinem Forschungsgebiet zu finden. Oder zu sonst irgend einem Forschungsgebiet, das auf dieser Tagung im Mittelpunkt steht.
Auf jeden Fall durfte ich nun endlich mal Jan Schmidt, quasi den Chef meiner Freundin, kennenlernen. Er hält nämlich morgen die Abschlusskeynote. Und meine Freundin und ich haben sogar – als hard bloggin‘ scientists – jeder einen tollen Button für unsere Blogs bekommen. Ich habe ihn natürlich auch gleich fotografiert und nun hier rechts am Rand eingefügt. Mir ist selbstredend klar, dass es auch eine optisch ansprechendere Grafik gibt, die man sich auf der entsprechenden Webseite besorgen kann. Aber das kann ja jeder. Den echten, greifbaren Anstecker hat aber nicht jeder. Muha!

Mittag gab es heute auch wieder. Aufgrund seiner Nähe zum Domplatz waren wir wieder mal im Double B, wo ich Hackbraten mit Zwiebelsoße, grünen Bohnen und Bratkartoffeln aß. Also nichts mit meiner Veggie-Woche. Ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten. Ich brauchte Fleisch. Fleisch! FLEISCH!

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Judgement Day

Skynet übernimmt die Kontrolle über unsere vernetzte Technik. Und es will, dass wir MDR Sputnik hören. Dieser Eindruck drängt sich zumindest seit gestern auf, wenn man das digitale Radio in der hiesigen Küche einschaltet. Dann hört man nämlich entweder gar nichts, oder eben MDR Sputnik. Unabhängig davon, welchen Sender man ursprünglich eingestellt hat.
Deshalb haben wir, solange der Herd noch gehorcht und bevor die Maschinen nun endgültig ihre Gewaltherrschaft über die Erde etablieren, noch einmal ein leckeres Essen selbstgekocht. Es gab Nudeln mit einer Lauch-Schinken-Beilage-Melange. Sehr lecker! Das Rezept dafür gibt es irgendwo im Internet, konkreter kann vielleicht der eigentliche Koch werden…

Für meine MA-Arbeit lese ich gerade das Buch „Gamification by Design“ von Gabriel Zichermann und Christopher Cunningham. Es ist ein schreckliches Buch, aber darauf werde ich in einem späteren Blogpost mal eingehen. Heute möchte ich ein bisschen zu einem anderen Thema jammern: digitale Bücher. Ich lese das Buch in seiner digitalen Form auf meinem Laptop. Und normalerweise bin ich ein großer Freund der Möglichkeiten, die eBooks bieten können. Aber 210 Seiten auf einem Notebook-Display zu lesen, ist ziemlich anstrengend. Blöderweise hat mich der eBook-Reader, der mir mal zu Testzwecken zur Verfügung stand (es war glaube der PRS-505 von Sony), auch nicht überzeugt. Deshalb hier ein paar kleine Anregungen, die mir bei der Digitalisierung von Büchern noch fehlen, bevor ich es richtig toll finde:

Es sollte ein einheitliches Format für eBooks geben, damit sie unabhängig von Dateiformat, sei es *.pdf, *.epub oder sonstewas, auf jedem Display gleich aussehen. Ich hatte zum Beispiel das Problem, dass die *.pdf-Texte aus meinem Studium auf dem Display meines Readers oft völlig zerpflückt und zerstückelt aussahen und sehr schlecht lesbar waren.

Man sollte auf den E Ink-Displays ähnlich wie etwa auf dem iPad Anmerkungen und Hervorhebungen im Text machen können und im Idealfall auch Verknüpfungen zu anderen Textstellen hinzufügen können (wozu sind die Bücher schließlich digital?) Das ist bei Belletristik vielleicht nicht so wichtig, bei Sach- und Fachbüchern jedoch unerlässlich.

Digitale Bücher sollten wesentlich preisgünstiger sein als ihre gedruckten Pendants und als sie es derzeit sind. Zum einen, weil hier offensichtlich die Druck-, Bindungs- und weitestgehend auch die Lagerkosten wegfallen. Zum anderen, weil teilweise auch der Umweg über Verleger und ähnliche Mitverdiener wegfallen kann. Auch hier können Fachbücher eine Ausnahme sein, weil bei diesen ein Lektor vermutlich wichtiger ist.

Als kleiner Zusatz fände ich es super, wenn man beispielsweise durch die Eingabe einer ISB-Nummer eines Buches, das man bereits in gedruckter Form besitzt, die digitale Version davon kostenlos erhält. Das wäre dann ähnlich wie das Digitalisieren bereits erworbener CDs in iTunes (oder Zune/Banshee/whatever). Ein Feature, das meiner Meinung nach ein großer Nachteil von eBook-Readern im Vergleich zu MP3-Playern ist.

So, liebe Was-Auch-Immer-Industrie. Setz das mal bitte um. Danke.

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