Podcasten für Dummies

Als Chris – und auf sein gutes Zureden hin auch ich – vor einiger Zeit beschlossen, uns nach Jahren passiven Podcast-Konsums nun auch selbst unter die aktiven Podcast-Autoren zu wagen, hatten wir beide keinerlei Ahnung, wie das eigentlich funktionieren sollte. An diesem Zustand hat sich bis heute nur wenig geändert. Trotzdem haben wir es immerhin geschafft, eine rumpelige Pilotfolge aufzunehmen, zu publizieren und seit neuestem auch einen entsprechenden RSS-Feed einzurichten. Und da ich dafür über das ganze Internet versteute Informationen und How-Tos zusammensuchen musste, möchte ich den ganzen Ablauf hier noch mal zentral zusammenfassen. Vielleicht hilft es ja irgendwem. In jedem Fall hilft es mir, Ordnung in meinen Kopf zu schaffen. Ich habe übrigens keine Ahnung, ob ich das so gemacht habe, wie man das normalerweise macht oder ob ich völligen Schwachsinn fabrizierte – der allerdings trotzdem irgendwie funktioniert. Ich übernehme also keine Garantien für irgendwas.

1. Idee

Im Anfang war das Wort die Idee. Ich nehme an es ist ratsam, zumindest eine grobe Vorstellung von dem zu haben, was man eigentlich machen möchte. Bei uns war es ein Podcast über Filme, der nicht vor möglichen Spoilern halt macht. Das tolle an Podcasts ist aber, dass man abhängig von den eigenen Ansprüchen eigentlich machen kann, was man möchte. Zielgruppen, Reichweite, Einschaltquote und ähnlicher Kram spielen im Grunde keine Rolle, da das in unserem Fall ein reines Privatvergnügen ist, wir damit nichts verdienen (im Gegenteil) oder sonst irgend welchen fremden Ansprüchen genügen müssen. Will man aber eine möglichst große Anzahl an Zuhörern erringen – ein Punkt, der mir persönlich derzeit vollkommen egal ist – sollte sich das Ganze vielleicht nicht all zu experimentell für Kopf und Ohren anfühlen.

2. Webspace

Wir hatten also unsere Idee. Als nächstes habe ich mich um eine Internet-Domain bemüht, weil alle mir bekannten Podcasts auch welche haben. Doch wo kriegt man die her? Um sich eine Domain zu sichern, sagt man im Normalfall einem Webhosting-Unternehmen, welche man gerne hätte und die kümmern sich dann um alles weitere. Um einen guten Webhoster zu finden, habe ich mit Hilfe von Denic geguckt, welcher denn so von anderen Podcastern benutzt wird. Der Gewinner war Host Europe. Die haben scheinbar ganz günstige Preise und vor allen Dingen einen sehr guten Support. Ich habe mich dort durch unendlich viele FAQs gekämpft, die alle sehr hilfreich waren. Ich kann sie also durchaus empfehlen. Die viel wichtiger Frage war aber, welche Domain ich überhaupt einrichten sollte. Wie sollte also unser Podcast-Imperium heißen? Wir entschieden uns für Flachbereich.de, was sich einerseits aus den ersten beiden Buchstaben unserer Vornamen – Flo und Chris – mit einem dazwischenstehenden „a“ für „and“ zusammensetzt und andererseits ähnlich wie Fachbereich klingt. Das betont unsere akademische Superprofessionalität und lässt auch Spielraum für verschiedene Podcast-Themen, sollten wir denn welche finden. Also beispielsweise sind wir momentam im Flachbereich Film, aber vielleicht reden wir ja irgendwann auch über Spiele oder Serien oder Bücher oder Frauen oder Chemie. Wir haben uns übrigens für „FLo And CHris“ entschieden, weil die gleiche Zusammensetzung mit dem deutschen „und“ irgendwie weit weniger positive Assoziationen zugelassen hätte…

Ich habe zuerst nur die nackte Domain gesichert, weil das preislich am günstigsten war. Im Prinzip war es aber Quatsch, da ich ohnehin vorhatte, früher oder später dort ein eigenes WordPress zum Zwecke der Podcast-Publikation aufzusetzen. Deshalb würde ich nun empfehlen, sich gleich ein entsprechendes Webhosting-Paket herauszusuchen und das zu buchen. Wichtig ist nur, dass es die Voraussetzungen erfüllt, die eine eigene WordPress-Installation verlangt. Für uns habe ich das mittlerweile natürlich auch gemacht und das WebPack4.0 L genommen. Damit lief und läuft bisher alles einwandfrei und man hat mit 10GB Webspace auch genug Speicher für einige Podcast-Folgen auf dem Server.

3. Aufnahme

Zur eigentlichen und optimalen Aufnahmetechnik kann ich nicht viel sagen, weil ich davon selbst keine Ahnung habe. Aber es gibt beispielsweise diese *.pdf-Datei von Podcast-Gott Tim Pritlove, in der relativ viel zu Mikrophonen, Mischpulten und was weiß ich allem steht. Wer lieber Podcasts hört als zu lesen, der kann sich auch den Lautsprecher, ebenfalls von Tim, abonnieren. Mir persönlich wurde das ganze allerdings schnell etwas zu professionell und setzte meines Erachtens zu viel Vorwissen voraus, als dass ich daraus wirklich viele nützliche Hinweise hätte ziehen können. Und zweifellos hat Tim Pritlove glücklicherweise auch wesentlich höhere Ansprüche an Podcast-Produktionen als ich. Wir haben dann auch – vor allem mangels Vorhandensein – weder ein externes Mischpult noch irgendwelche superfancy Mikrophone für unsere Pilotfolge verwendet. Stattdessen hatte jeder von uns ein ziemlich normales Headset auf dem Kopf, wir haben uns per Skype angerufen und dieses Gespräch mit Hilfe einer Software namens MP3 Skype Recorder aufgezeichnet. Das Ergebnis ist keine akustische Offenbarung, aber es genügt meinen Ansprüchen an eine kostengünstige Amateurproduktion und passt sich so auch formell-akustisch gut an unsere inhaltlichen Unzulänglichkeiten an.

4. Bearbeitung

Was die von uns verwendete Aufnahme-Software ausspuckt ist je nach Einstellungen eine Stereo- oder Mono-MP3-Datei in einer bestimmten Bitrate. Die könnte man nun entweder direkt veröffentlichen oder noch ein wenig nachbearbeiten und beispielsweise ein paar unliebsame Stellen herausschneiden, eine Titelmusik hinzufügen oder anderen Schnickschnack reinbauen. Und wenn man seine Audiodatei auf irgend eine andere Art erstellt hat, gilt das gleiche. Ich habe zur Nachproduktion das Open Source-Programm Audacity verwendet – denn es ist kostenlos. Und weil ich nicht ganz sicher war, ob das Ergebnis schon gut genug ist, habe ich es noch mal beim automatischen Audioverbesserungsdienst Auphonic hochgeladen und dort durch die Mangel nehmen lassen. Das ging erstaunlich schnell und war sicher keine schlechte Entscheidung. Und weil ich es so toll finde, dass es so einen Dienst für Umme gibt, habe ich ihn gleich noch geflattrt.

5. Publikation

Bis hier hin war alles ziemlich einfach. Nun kam die Publikation und damit die Installation von WordPress auf unserem eigenen Webspace. Ich bin dabei hauptsächlich dieser 5-Minuten-Anleitung gefolgt, die allerdings zeitlich etwas optimistisch geschätzt ist. Vor allem das Heraussuchen und Eintragen der MySQL-Datenbanken war mit dem Lesen einiger FAQs bei Host Europe verbunden, ging dann aber auch ganz einfach. Wer das auch machen muss, kann hier gucken. Ansonsten hat es sich als brauchbar erwiesen, bei einer Suchmaschine die passenden Suchbegriffe einzugeben.

Wenn WordPress dann mal läuft, kann man es nach Belieben anpassen, also eigene Themes installieren, Widgets aktivieren und so weiter. Um bequem Podcasts zu veröffentlichen und auch den entsprechenden Feed zu bekommen, habe ich dann ein Plugin namens Blubrry installiert. Die bietet gleichzeitig noch einen Webplayer um die Episoden gleich online abspielen zu können und allerlei anderen Schnickschnack. Die nötigen Einstellungen sind auch bequem über das WordPress-Dashboard durchführbar. Dann muss man zum Veröffentlichen eigentlich nur noch seine Audio-Datei mit einem FTP-Client auf den Server laden, in einem Post auf diese verlinken und möglicherweise noch ein, zwei Worte dazu schreiben (die Shownotes beispielsweise). Den Rest erledigt Blubrry. Wenn man Optimist ist, kann man sich in sein Blog auch gleich noch per Plugin Flattr integrieren. Ich habe das auch mal gemacht.

6. Feed

Um den Feed kümmert sich auch Blubrry, das klappt bisher alles ganz gut. Die entsprechenden Einstellungsmöglichkeiten sind vorhanden und wenn man dann noch den Hilfeseiten von Apple, beispielsweise hier und hier, folgt, sollte das eigentlich ganz gut klappen mit dem Einfügen in iTunes. Das dauert allerdings auch eine ganze Weile, weil irgendwelche ominösen Mitarbeiter den Podcast erst noch „prüfen“. Würde mich ja schon sehr interssieren, wie so eine Prüfung aussieht.

Das wärs dann also erstmal, denke ich. Das ist zumindest gerade unser Stand der Dinge. Wenn ich daran etwas ändert und ich daran denke, könnte ich diesen Post hier vielleicht noch ein bisschen erweitern.

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