Hamburger Dom

Wir wohnen nun schon seit knapp zwei Wochen hier in Hamburg. Diese waren, zumindest für mich, einerseits geprägt von Möbelaufbau und dem Entleeren erst vor kurzem gepackter Bananenkisten in eben jene Möbel. Andererseits verbrachte ich sie mit dem Aufsuchen diverser Ämter und anderen spannenden Ummeldungsbenachrichtungsgängen. Stets an meiner Seite: mein treuer Hund. Ach nein! Ich habe ja gar keinen Hund. Ich meinte das andere…mein Kind.
So richtig viel haben wir von Hamburg auch noch nicht gesehen, was zum Teil sicher daran lag, dass wir beispielsweise über Ostern gar nicht hier waren. Aber immerhin wurden wir gestern von unserer Hausherrin auf den sogenannten Hamburger Dom eingeladen. Im Gegensatz zum Erfurter Dom handelt es sich dabei nicht um ein steinaltes kirchliches Bauwerk, sondern um einen riesenhaften Rummel. Doch auch hier geht es nicht ohne alte Bauwerke: Das ganze findet in direkter Nachbarschaft zu einem sehr imposanten Nazi-Luftabwehrbunker statt. Und dem Millerntor-Stadion vom FC St. Pauli. Was davon älter ist, kann ich beim besten Willen nicht einschätzen.
Der Rummel selbst ist tatsächlich riesig. Glücklicherweise war das Wetter eher durchwachsen und vermutlich auch aufgrund des Wochentages nicht so viel los, so dass es trotzdem erträglich war. Im Grunde ist die Größe dann auch der einzige Unterschied zu den üblichen Rummel-Veranstaltungen auf dem Erfurter Domplatz gewesen. Statt zweier Losbuden gab es hier halt zehn, statt zehn Süßkram-Buden gab es hier dann eben 200. Selbstverständlich gab es mittendrin auch den unvermeidlichen Mittelalter-Markt – und ich bin ein großer Freund von Mittelalter-Quatsch. Das spektakulärste waren schließlich zwei Achterbahnen, eine davon sogar mit diversen Loopings. Aber im Grunde waren mir auch diese nicht so wichtig, da das gefährlichste Fahrgeschäft, das ich auf solchen Vergnügungspark-Jahrmärkten betrete, ohnehin maximal die Lummerland-Babybimmelbahn ist.
Immerhin zeigte ich dann aber doch noch etwas Mut auf kulinarischem Gebiet: Ich aß meine erste Rossbratwurst. Ross wie Pferd. Schmeckte auch ganz lecker eigentlich. Ich vermute, wenn sie frisch gewesen wäre und nicht schon einen halben Tag trostlos auf einem erloschenen Grill verbracht hätte, wäre sie sogar noch ein bisschen besser gewesen. Aber die Frau hinterm Grill machte ohnehin nicht den allermotiviertesten Eindruck. Beim Aufwärmen meiner alten Pferdewurst fingerte sie mit ihrer Zange etwas ungeschickt zwischen den anderen Würstchen rum, so dass eine davon in meine Richtung vom Grill kullerte und dann hinterm Grill, zwischen diesem und der Glasscheibe lag, die mich wohl daran hindern sollte, mich selbst an der leckeren Wurstauswahl zu bedienen. Nachdem sie dann blind ein wenig hilflos mit ihrer Zange hinter dem Grill herumsuchte, wollte ich ihr helfen, indem ich ihr sagte, dass ich die Wurst sehen könne, da sie sich im Metall des Grills spiegelte und ich ihr die Richtung weisen könne. Da hatte sie die Wurst auch schon wieder in ihrer Zangenhand und legte sie mit den Worten „Ist noch gut“ wieder zurück auf den Grill. Die Wurst, die sich im Grillmetall spiegelte, konnte ich allerdings immer noch sehen…
Ja, so war’s auf dem Hamburger Dom. Viele Buden und galoppierende Rossbratwürste.
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