#ACTA

Heute ausnahmsweise mal ein zweiter Eintrag hier im Blog, und der auch ohne alberne Kritzeleien von mir. Statt dessen ein kleiner, völlig subjektiver Bericht der heutigen Erfurter Anti-ACTA-Demo. Wer immer noch nicht weiß, was ACTA ist, der kann sich auch noch einmal dieses einigermaßen polemische Video von Anonymous angucken. Etwas ausgefeilter wird die Problematik hier in diesem Interview mit Markus Beckedahl dargestellt. Oder auf zahllosen anderen Seiten im Netz, bei deren Auffindung Google sicherlich gerne assistiert.
Ich fühlte mich jedenfalls dazu animiert, zum zweiten Mal in meinem Leben eine Demo zu besuchen, um der kleinen Protestbewegung mit meiner gewichtigen Anwesenheit mal ein wenig Nachdruck zu verleihen. Das wird ja sonst nichts.

Versammelt wurde sich um 15:00 Uhr am Anger, und siehe da: Sogar die Maus ist gegen ACTA. Ich stand dann mit vielen anderen da rum und verstand wie viele andere nicht, was 20 Meter vor mir irgend jemand im Schatten einer wehenden Piraten-Flagge (nicht die mit dem Totenkopf, sondern die orangene mit dem Segel drauf) in ein Megaphon sprach. Ich vermute, es ging um sowas wie Freiheit im Internet und das Politikgemauschel der sogenannten Contentmafia und ähnliche Dinge.

Dann gingen wir alle – es wird etwas von über 600 Personen gemunkelt, was ich weder bestätigen noch verneinen kann, weil ich solche Menschenmassen nicht schätzen kann – am Angerbrunnen vorbei und zur Staatskanzlei, wo sich das Schauspiel mit dem unverständlichen Megaphon-Sprecher wiederholte. Allerdings dauerte die Ansprache dieses Mal länger und ab und zu brandete ein Geklatsche, Gepfeife und Gejohle durch die Menge, in das man dann auf Verdacht mit einstimmen konnte. Mal ein Hinweis an dieser Stelle an die Veranstalter: Nächstes Mal ein lauteres Megaphon nehmen oder etwas kräftiger da rein brüllen. Mit einer argumentativ stichhaltigen, vernünftig ausgearbeiteten und sachlich vorgetragenen Rede kriegt man die Massen doch nicht anständig aufgewiegelt!
Natürlich waren auch einige Guy Fawkes Masken vor Ort, jedoch weniger als ich vermutet hätte. Immerhin ist ja auch noch Fasching. Die Transparente waren recht kreativ, allerdings nicht einprägsam genug, um in meinem Kopf einen tieferen Eindruck zu hinterlassen. Lediglich den Klassiker „Ich bin so wütend, ich habe ein Schild gebastelt“ habe ich mir gemerkt.

Aufgrund des geringen Aggressionspotenzials (trotz einiger leerer Mate-Flaschen, auf denen ja lustigerweise auch so eine Art Guy Fawkes drauf ist) und der mangelnden Anstachelung des Mobs wurde nicht nur mir, sondern auch den armen gewaltbereiten Polizisten dann langsam kalt. Deshalb war die ganze Veranstaltung dann auch gegen 16:00 Uhr offiziell beendet. Einige Demonstranten zogen dann noch über den Anger weiter zum Domplatz. Das habe ich aber nicht mehr mit gemacht, weil ich ein Weichei bin und dann lieber wieder in meine warme Wohnung wollte. Ich plädiere also dafür, den nächsten Versuch zur Übernahme der Weltherrschaft eher im Frühling oder Sommer anzugehen. Da bin ich dann gerne wieder dabei!

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “#ACTA

  1. Pingback: #Umzug | purzelkraut

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