#OpenAccess und so

Ich habe die Angewohnheit, bei der Hausarbeit oder sonstigen Aktivitäten, für die man seine Ohren nicht zwingend benötigt, mit dem iPod in der Hosentasche verschiedenste Podcasts zu hören. Diese Angewohnheit kann ich im Übrigen jedem empfehlen, denn die meisten Podcasts sind dem durchschnittlichen Radioprogramm an Unterhaltungsfaktor und Informationsgehalt um mehrere Längen voraus. Außerdem kann man sie hören, wann man möchte. Und wenn man Gefallen daran findet, kann man sich bei den Machern fast immer auch ein wenig erkenntlich zeigen – freiwillig und ganz ohne Zwang.
Auf jeden Fall hörte ich nun heute beim Abwaschen die aktuelle Folge der Wikigeeks, in der es – neben einer interessanten Debatte darüber, wie eBooks derzeit sind und wie sie eigentlich sein sollten – um einen Boykott von Elsevier und die Vorzüge von Open Access ging. Zur Erläuterung:

Elsevier ist ein Verlag für wissenschaftliche Fachzeitschriften; hauptsächlich aus naturwissenschaftlichen Disziplinen, so dass ich im Laufe meiner jahrelangen wissenschaftlichen Karriere meines Studiums bisher nicht damit in Berührung gekommen bin. Wohl aber mit dem Springer-Verlag, für den im Grunde das gleiche gilt. Das Geschäftsmodell dieser Wissenschaftsverlage scheint sehr geschickt ausgedacht zu sein: Man veröffentlicht von Wissenschaftlern geschriebene Artikel zu deren Forschungen in verschiedenen Zeitschriften. Je nach Zeitschrift sind diese Artikel zuvor peer reviewed. Das heißt, andere Forscherkollegen (die Peers) lesen die Beiträge anonym und in der Regel kostenlos und gucken, ob sie was taugen. Und wie kommen die Artikel meistens zustande? Ganz einfach: ein Wissenschaftler hat eine tolle Forschungsidee (oder einen Auftrag), beantragt öffentliche Forschungsgelder, forscht eine Weile rum und schreibt dann in dem Artikel, was er herausgefunden hat.
Das heißt alles, was die Verlage machen und bezahlen müssen ist, eine Zeitschrift zu drucken und zu verteilen. Dafür verlangen sie dann exorbitant hohe Preise. Möchte ich zum Beispiel den schönen Artikel „The Great Interview: 25 Strategies for Studying People in Bed“ von Springer herunterladen, kostet mich das als Privatperson fast 35 Euro. Für die DIGITALE Version! Die Lizenzen für die Universitätsbibliotheken sind dann natürlich auch nicht ganz billig, wie man hier noch genauer nachlesen kann (überhaupt ist dieser Text eine gute Zusammenfassung des ganzen Problems). 
Also nochmal zum Mitschreiben: Von öffentlichen Geldern wird geforscht, die Forschungsergebnisse werden in Zeitschriften veröffentlicht, und damit andere Forscher das dann auch lesen können, müssen noch einmal beträchtliche öffentliche Gelder aufgewendet werden. Ein tolles System! Zumindest für die auch hier noch einmal angeprangerten Verlage. Deshalb sprechen sich auch viele Forschungsorganisationen dafür aus, dass öffentlich geförderte Projektergebnisse auch allgemein zugänglich sein sollten. Das nennt man dann Open Access. Dazu gibt es dann auch noch einen schönen Kommentar.
Ach, und knapp 4700 Wissenschaftler haben sich auch schon auf der Seite The Cost of Knowledge für einen Boykott von Elsevier ausgesprochen, was ich eine gute Sache finde. Wäre ich ein ernstzunehmender Wissenschaftler, würde ich das auch machen. Open Access FTW!


So, und damit hier auch mal wieder ein Bild von meinem Essen rein kommt:


Gabs allerdings nicht heute, sondern schon gestern. Den Namen habe ich auch schon wieder vergessen. Aber sie war so voll belegt, dass die Hälfte davon immer runtergefallen ist. Und ich mag es ja eigentlich überhaupt nicht, wenn mir ständig der Belag von der Pizza klatscht. Nächstes mal werde ich wieder eine etwas dezenter belegte wählen.

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