Gans & Foursquare

Anlässlich des heutigen, nennen wir es Feiertages, gab es in der Mensa ein sehr pompöses Feiertagsessen bestehend aus Martinsgans(stückchen), Rotkohl und Thüringer Klößen.


Es war sehr lecker und ebenfalls sehr sättigend. Ich hoffe aber, dass sich heute Abend die Anzahl der streunenden Laternenkinder in Grenzen hält, die hier wieder Süßigkeiten abgreifen wollen. Wahrscheinlich wären es ohnehin die gleichen gierigen Drecksblagen, denen ich schon zu Halloween die Tür nicht aufgemacht habe. Von daher müssten sie ja eigentlich schon wissen, dass es hier nichts zu holen gibt.

Nun wollte ich ja heute mindestens einem Leser, der sich gestern per Twitter beschwerte, erklären, was Foursquare eigentlich ist. Deshalb hier nun ein leicht abgewandeltes Stück dessen, was ich bisher für meine MA-Arbeit geschrieben habe, von dem ich aber noch nicht wisse, ob es in dieser Form auch in der fertigen Arbeit sein wird. Auf jeden Fall ist es ein großer Vorteil von Hypertexten, dass man sich diese blöden Fußnoten sparen und stattdessen echte Links einfügen kann. Alle sachlichen Texte sollten Hypertexte sein. Aber ich glaube, das hatte ich schon mal geschrieben.

Foursquare ist ein standortbasiertes soziales Netzwerk, das hauptsächlich in Form spezieller Smartphone-Programme Verwendung findet. Diese greifen auf die GPS-Fähigkeitmoderner Mobiltelefone zurück, um ihre Nutzer an bestimmten Orten eincheckenzu lassen. Das heißt, die Nutzer teilen dem System mit, wo sie sich gerade befinden, um beispielsweise Freunden innerhalb des Foursquare-Netzwerkes die Möglichkeit zu geben, sich an eben diesem Ort mit ihnen zu treffen. Wobei diese Grundidee während meiner forschungsmotivierten Nutzung des Dienstes quasi ad absurdum geführt wird, weil ich nicht einen einzigen Freund bei Foursquare habe…
Gegründet wurde das Unternehmen im Jahre 2009 von Dennis Crowley und Naveen Selvadurai und hatte zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Zeilen nach eigenen Angaben weltweit über zehn Millionen Nutzer, die täglich über eine Milliarde Check-Ins durchführen. Durch diese relativ hohe Anzahl an aktiven Nutzern ist Foursquare auch für Unternehmen als Präsentationsplattform interessant, um ihre Marken oder einzelne Niederlassungen innerhalb des Foursquare-Netzwerks zu promoten.
Was Foursquare jedoch in vielen Publikationen, die sich mit Gamification auseinandersetzen (und davon gibt es noch nicht all zu viele), zu einer Art Musterbeispiel macht, ist die Anwendung von Elementen des Spieldesigns. Was genau das bedeutet, schreibe ich später mal. An dieser Stelle genügt es zu sagen, dass um die zahlreichen Daten, die Foursquare über Zeitpunkte und Orte der Check-Ins seiner Nutzer sammelt, ein Punkt- und Belohnungssystem entwickelt wurde, das die Nutzer zur Weiterverwendung animieren soll.
Man kann sich eine typische Verwendung von Foursquare in etwa so vorstellen: Der Nutzer geht morgens aus dem Haus zu seinem Arbeitsplatz. Dort angelangt, ruft er auf seinem Mobiltelefon die Foursquare-Applikation auf. Diese schlägt ihm, ausgehend von seinem per GPS automatisch ermittelten Standort, verschiedene, bereits im Netzwerk eingetragene Örtlichkeiten vor. Ist sein aktueller Standort, beispielsweise die Universitäts-Bibliothek, bereits in dieser Liste, kann er diese nun auswählen und dort einchecken. Dafür erhält er Punkte. Für jeden weiteren Check-In an einem anderen Standort erhält er weitere Punkte, die ihm auch in einer Highscore-Liste zusammen mit den aktuellen Punkteständen seiner Freunde angezeigt werden. In der Mittagspause geht der Nutzer in einem Fast-Food-Restaurant einen Kaffee trinken und checkt sich auch hier im Foursquare-Netzwerk ein, damit seine ebenfalls bei Foursquare angemeldeten Arbeitskollegen wissen, wo sie sich mit ihm treffen könnten. Mit diesem Check-In hat er gleichzeitig die meisten Check-Ins aller Nutzer in diesem Fast-Food-Restaurant gesammelt und bekommt deshalb den virtuellen Titel des Mayor, also Bürgermeisters, verliehen. Und zwar so lange, bis ein anderer Nutzer wieder mehr Check-Ins gesammelt hat. Weil die Fast-Food-Kette eines der bei Foursquare engagierten Unternehmen ist, bekommt er als neuer Mayor sogar einen Hamburger gratis.
Nach Feierabend möchte der Nutzer noch ein Buch kaufen, geht zu seiner örtlichen Buchhandlung und checkt sich auch hier ins Foursquare-Netzwerk ein. Weil das bereits sein dritter Check-In in dieser Buchhandlung war, bekommt er dafür einen virtuellen Anstecker – Badge genannt – namens „Bookworm“, der nun immer in seinem Foursquare-Profil angezeigt wird. Es gibt zahlreiche dieser Badges, manche auch nur temporär, die einen gewissen Sammelanreiz bieten sollen. Man sieht rechts auf der verlinkten Seite, dass ich seit heute fünf dieser virtuellen Sammelanstecker habe. 
Und aufgrund der genannten, aus Spielen entliehenen Elemente wie Punkte und Highscorelisten und den ganzen Kram, kann Foursquare also als spielifizierte, sprich gamified, Applikation bezeichnet werden.
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Eingeordnet unter Gamification, MA-Arbeit, Mensa, Wichtige Sachinformationen

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