Fertigfraß

Heute fiel mir das Verlassen der Wohnung derartig schwer, dass ich es auf das Hinbringen und Abholen des Kindes zum und vom Kindergarten beschränkte. Als kleinen Eindruck davon, wie es heute den ganzen Tag lang hier aussah, habe ich mal stellvertretend ein Foto von der Metallstraße gemacht (wenn man die mal googelt, findet man wirklich tolle Forenbeiträge, die das männliche Geschlecht in seiner vollen Pracht zeigen).

Zum Mittag gab es dann auch leider kein Mensaessen – was ich mittlerweile schon wieder bereue, weil es mit Sicherheit besser gewesen wäre als diese Nudelsuppe der kargeren Art.

Geschmeckt hat es wie immer, aber ich persönlich mag lieber diese scharfe, orange verpackte Geschmacksrichtung, die ich allerdings nicht in Worte fassen oder sonst irgendwie definieren könnte. Scharf eben.

Ich habe heute ein Hörbuch zu Ende gehört. „Tiere“ von Simon Beckett. Ich werde mal kurz schreiben, worum es geht und was ich davon halte, damit ihr es nicht auch hören/lesen müsst.
Das Buch ist aus der Perspektive von Nigel, einem etwas zurückgebliebenen, schüchternen jungen Mann – also im Grunde dem typischen Psycho-Heini – erzählt. Der wohnt seit drei Jahren allein in dem alten Pub seiner Eltern, der jedoch keine Konzession mehr hat und deshalb brach liegt. Stattdessen arbeitet Nigel als Kopier- und Kaffee-Sklave auf irgend einem Amt, trinkt gern Limonade und leiht sich Bambi und Star Wars auf Video aus. Ach, und er hält sich ein paar unfreiwillige Mitbewohner im Keller, die er liebevoll mit Hundefutter versorgt und ab und an ein wenig quält.
In der ersten Hälfte des (Hör-)Buches geht es hauptsächlich um ihn und seinen Umgang mit den vier Menschen in seinem Keller. Das ist ganz nett erzählt, aber wirklich spannend ist es nicht. In der zweiten Hälfte des Buches bekommt Nigel Besuch von zwei Arbeitskolleginnen und einem ihrer Freunde und man bekommt vor Augen geführt, was passiert, wenn man Alkohol trinkt. Teilweise ist es ganz lustig, aber eigentlich ziemlich nervig. Das Ende ist recht offen gehalten: Die drei Besucher finden heraus, dass Nigel ein bisschen irre ist und Menschen in seinem Keller gefangen hält und fahren weg, was Nigel dazu veranlasst, sich in sein Wohnzimmer zu setzen und Bambi zu gucken. Das ist das Ende.
Nun könnte man dem Autoren zugute halten, dass er verschiedene Tier-ähnliche Aspekte menschlichen Verhaltens beleuchten und verdeutlichen wollte, man könnte jetzt hier interpretatorisch vielleicht noch die große Thomas Hobbes-Keule schwingen. Aber zum einen wäre das sicherlich etwas zu viel des Guten und zum anderen ist das Buch auch zu langweilig und nervig, um länger darüber nachdenken zu wollen.
Allerdings ist es von Herrn Steck sehr gut vorgelesen. Den zumindest kann ich also empfehlen. Aber dann in einem anderen Hörbuch.

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Mensa, Rezension, Wichtige Sachinformationen

3 Antworten zu “Fertigfraß

  1. Zu dem ersten Foto: "Hier ist alles tot nach der Wende" ist ja wohl echt kein Ausdruck dagegen. Da könnte man fast denken, das hättest du in Gebesee geschossen.

  2. Flo

    Und das ist noch eine der belebtesten Straßen. Da sind immerhin vermutlich mehrere Bordelle die, glaubt man den Forenberichten, auf die ich verwiesen habe, sehr schöne Osteuropäerinnen beschäftigen. Mit weicher Haut. Und die können sogar gut deutsch. Herrlich.

  3. in Gebesee meinst du? 🙂

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