The Alte Sack strikes back…

Moin!

So, Umzug wurde gut überstanden und bis auf ein paar Erfrierungen an diversen Gliedmaßen bin ich auch noch ganz fit. Aus diesem Grunde hab ichs auch für ne gute Idee gehalten, mal wieder an der Uni vorbeizuschauen, mit dem Bus natürlich! Und da hat mich heute an meiner ersten Bushaltestelle mein guter alter Freund, der Nazi-Opa angesprochen! Juhuu! Ich liebe es ja, von wildfremden (vornehmlich alten) Menschen Gespräche ans Bein genagelt zu bekommen. Deshalb bin ich mit Worten wie „Aha“, „Mhh“, „Oh!“ und „Schön“ auch gleich begeistert in diese wilde Konversation eingestiegen. Er hat mir dann berichtet, dass der Bus heute wohl wieder spät kommen wird (es schneit nämlich), aber dass es der einzige Bus ist, der überhaupt kommt; dass seine Woche fast nur aus Arztbesuchen und Einkaufen besteht, weil ihn damals der Russlandfeldzug so kaputt gemacht hat (Das ist kein Scheiss), dass er heute 4 Herzschrittmacher braucht; dass er der erste Mensch in Pfaffendorf war, der ein Auto besass (und zwar vor 58 Jahren) und dass er mit eben diesem Auto immer JEDEN mitgenommen hätte, der frierend an Bushaltestellen stand, dass das aber heutzutage ja niemand mehr tun würde. Naja, und sowas alles erzählte er nun und ich hörte zu, weil ich es dann doch interessanter fand, als vor meine Füsse in den Schnee zu starren. Zum Glück kam dann auch irgendwann mal der Bus, denn es ist ja der einzig zuverlässige! Ab da trennten sich unsere Wege, weil er sich hinsetzte und ich lieber gleich stehen blieb. Und was musste ich da höen? Er erzählt quasi die selbe Geschichte der 40jährigen Frau, die neben ihm sass. Ich war geschockt, ja verzweifelt. Da öffnet man sein Herz für einen armen alten Mann, versucht eine mehr als freundschaftliche Beziehung zu ihm aufzubauen, vertraut ihm gar tiefste innere Gefühle an (wie zum Beispiel:“Jaja, der Bus wird schon kommen.“) und kaum ist man durch 5m Bus und ein paar Passagieren getrennt, schon redet er mit anderen Menschen, als ob ihm unser Gespräch überhaupt nichts bedeutet hätte. Oh, die Menschen sind soo schlecht! Ab heute werde ich mit keinem mehr reden, ich werde mich in mein Rattenloch einschliessen und zu einem verkümmerten, knöchrigen, alten Menschenhasser werden…und nur manchmal, wenn ich einkaufen muss oder zum Arzt, werde ich an Bushaltestellen unschuldigen Studenten meine Lebensgeschichte erzählen…Jawoll!

MfG, der .

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